Mannheim

Kollekturwald Freie Wähler fordern Verträglichkeitsprüfung

ML spricht von „faulem Kompromiss“

Die Freien Wähler/Mannheimer Liste (ML) sehen auch nach der Einigung zwischen Evangelischer Stiftung Schönau und Stadtverwaltung „keinen Grund zur Entwarnung“ beim anstehenden klimagerechten „Umbau“ des Kollekturwalds im Mannheimer Norden. Stadtrat und Landtagskandidat Roland Weiß nennt die Übereinkunft einen „faulen Kompromiss“.

Die Stiftung und ihr Vertragspartner, die Landschaftsagentur Plus GmbH (LA Plus), seien angetreten, großflächige Rodungsarbeiten in dem gut 100 Hektar großen Teilstück des Käfertaler Waldes zum Entfernen der Traubenkirsche auszuführen. Vorgesehen war, etwa 30 Hektar Waldfläche pro Jahr zu bearbeiten.

Rodung auf zwölf Hektar im Jahr

Die Stadt Mannheim erachte dagegen Rodungs- und Pflegearbeiten im Umfang von höchstens sechs Hektar jährlich als ausreichend, um das Risiko von Waldschäden zu minimieren. Nun sollen zwölf Hektar pro Jahr gerodet und durch Neuaufforstungen mit heimischen Baumarten zukunftsfähig gemacht werden. Nach Weiß’ Auffassung ist die Frage an Stadt und kirchliche Stiftung „offen, ob sie entsprechend der gesetzlichen Grundlagen ihrer Verpflichtung nach Paragraf 6 des Landeswaldgesetzes nachkommen wollen, um dem Allgemeinwohl im Erholungswald zu entsprechen“.

Im Käfertaler Wald seien „zahlreiche Schutzgüter“ zu finden, daher hält die ML für die geplanten forstlichen Eingriffe eine Gebietsverträglichkeitsprüfung für „zwingend erforderlich. Zudem fordert Weiß, bei den anstehenden Arbeiten auf schweres Rodungs- und Räumungsgerät zu verzichten, da sonst der Waldboden Schaden nehme.

Daher solle – wie anderswo in Baden-Württemberg bereits Praxis – der Einsatz von Rückepferden geprüft werden. Dies käme auch für Forstarbeiten im wesentlich größeren, städtischen Teil des Käfertaler Waldes in Betracht.

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