Mannheim

Wortlaut Hintergrund zur Berichterstattung rund um den Weiterverkauf der Baufelder 4 und 5 auf Turley

"MM"-Fragen zum Weiterverkauf von Tom Bock auf Turley mit Antworten von Achim Judt (MWSP)

Archivartikel

Mannheim.Hier lesen Sie weitere Fragen, die MWSP-Geschäftsführer Achim Judt im Februar vom "Mannheimer Morgen" erhielt, die er am 25. Februar beantwortete und aus denen der „MM“ in seinen ersten Berichten, beginnend am 2. März, zitierte:

Die Fragen (in kursiver Schrift) inklusiv der Antworten im Wortlaut:

Wie schätzen Sie den Weiterverkauf ein ?

Wir wussten, dass die Tom Bock Group auf der Suche nach neuen Partnern ist. Ein Verteilen der ‚Last auf verschiedene Schultern‘ bei Entwicklungen dieser Größenordnung ist durchaus üblich. Es handelt sich ja erst mal nicht um einen kompletten Weiterverkauf der Baufelder IV und V. Tom Bock selber ist an der Käufergesellschaft mit einem gewissen Prozentsatz beteiligt.

Haben Sie die neuen Investoren aquiriert ? Wie oft haben Sie mit den Herren Körmann und Zillmann zusammenkommen können ?

Die neuen Investoren wurden von der Tom Bock Group aquiriert. Wir hatten bis heute bereits einige sehr konkrete Gespräche mit Herrn Zillmann, der federführend zuständig ist für die Planung und Umsetzung auf Käuferseite. Die Herren Körmann und Zillmann arbeiten zusammen mit renommierten Hamburger Architekten, die u.a Projekte auf der IBA Hamburg realisiert haben.

Welche Rolle hat Tom Bock bei der Aquisition der Neuen gespielt ?

Wie die Hamburger Entwickler mit der Tom Bock Group zusammengekommen sind, entzieht sich unserer Kenntnis. Hinter Fortoon steht ein Karlsruher Family-Office, das selbstverständlich die positive Mannheimer Stadtentwicklung interessiert verfolgt.

Konnten Sie als Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft mitreden bei der Suche, Auswahl und Entscheidung für neue Investoren?

Wir erhielten erst nach Unterzeichnung des Kaufvertrage Kenntnis von dem Engagement von Fortoon.

Als städtische Gesellschaft haben Sie doch ein eher schlechtes Geschäft gemacht, wenn sie als Geschäftsführer der verkaufenden MWSP vor wenigen Jahren sechs Millionen Euro für etwas bekommen haben, was der Investor Tom Bock nun für das Sechsfache, also 36 Millionen Euro, weiterverkauft hat, oder ?

Als wir den Kaufvertrag 2012 mit der Tom Bock Group geschlossen haben, hatten wir eine andere Zeit. Der Grundstücks- und Immobilienmarkt hat sich seitdem exponentiell entwickelt, 2012 sahen die Prognosen noch anders aus. Es gab durchaus viele Stimmen die von einem hohen Risiko für Mannheim aufgrund der großen Konversionsflächen gesprochen haben. Deshalb können wir m. E. die beiden Kaufpreise nicht vergleichen. Einen Kaufpreis kann ich nicht bestätigen, da mir weder der Vertrag noch konkrete Aussagen der beiden Parteien vorliegen. Es handelt sich hierbei um klassisches Projektentwicklergeschäft, welches vorsieht, Grundstücke anzukaufen, zu beplanen, Baurecht zu erwirken und dann als Komplettpaket (entwickeltes Grundstück) zu veräußern. Unser Hauptinteresse als städtischer Entwicklungsgesellschaft liegt immer auf einem funktionierenden Quartier mit allen gesellschaftlichen und sozio-kulturellen Aspekten, das einen Mehrwert für Mannheim bietet. Dabei Partner zu finden, mit denen wir langfristig verlässlich zusammenarbeiten können.

Ist aus Ihrer Sicht das Projekt Turley noch auf einem guten Weg oder droht es zu scheitern? Es gibt Bewohner, die sich beklagen über Stillstand bzw. Nicht-Beginn des Ausbaus der Tiefgarage unter dem Appellplatz, also die Parkmöglichkeiten kritisieren ?

Die Situation des ruhenden Verkehrs ist in der Übergangszeit tatsächlich problematisch. Unser Ziel ist, hier kurzfristig eine Lösung und einen konkreten Zeitplan mit den Akteuren abstimmen zu können. Seitens der Tom Bock Group wurde im Januar ein Bauantrag für die Tiefgarage eingereicht.

Mittlerweile wohnen über 700 Menschen auf dem Gelände, dieses Jahr wird mit Baufeld V ein weiteres großes Projekt begonnen, in wenigen Wochen startet die MWSP mit dem Umbau des denkmalgeschützten Casinos. Turley ist unseres Erachtens nach wie vor auf einem guten Weg, auch wenn einige Projekte länger brauchen, als 2012 gedacht.

Was können Sie diesen Kritikern konkret für die Zukunft versprechen?

Die Entwicklung von Turley ist bei uns genauso im Fokus wie die Entwicklung FRANKLINs, dabei auch insbesondere die Fragen des Verkehrs und der Infrastruktur. Das Projekt ist für uns noch nicht abgeschlossen, wenn Grundstücke verkauft und die Erschließung gebaut ist.

Wie stimmen Sie sich als MWSP mit den neuen Investoren ab? Haben Sie ein gutes Gefühl bei der Auswahl Investoren?

Ja, durchaus. Wir kommen mittlerweile in regelmäßigen Abständen zusammen. Die Planungen werden mit uns und den städtischen Fachbereichen im Detail abgestimmt. Es handelt sich bei Fortoon/Qcoon um erfahrene Projektentwickler, die für Qualität stehen und sich bereits für große Projekte (Othmarscher Höfe, Hamburg) verantwortlich zeichnen. So freut es uns, dass die Wohnungen im Baufeld IV im Bestand behalten werden sollen. So werden viele Mietwohnungen auf Turley entstehen.

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