Mannheim

„MM“-Idee erscheint als Newsletter

Heißt es der Verdienst oder das Verdienst? Kommt darauf an. Ebenso wie beim Wort-Pärchen der/das Schild. Wenn Sie es nicht schon wissen, erkennen Sie daran, dass die deutsche Sprache reich an Fallen ist. Zumindest beim Artikel haben es Russen leichter, den gibt es in dieser slawischen Sprache nicht. Dafür aber sechs Fälle, während die deutsche nur vier Fälle kennt. Wobei wir bei der Unterscheidung der Fall/die Falle angekommen wären. Aber diese dürfte kein Problem darstellen.

Auch Sprach-Profis wie Journalisten müssen beim Schreiben oft nachdenken, wie sie korrekt schreiben und formulieren. Oder müssen im Duden nachschlagen. Um Ihnen, liebe Leser, eine möglichst fehlerfreie Zeitung und deren elektronische Ausgabe zu bieten, liest Stephan Töngi an fünf Tagen der Woche die Titelseite dieser Zeitung, Politik, Welt und Wissen, Südwest/Länder, Aus aller Welt und Wirtschaft gegen. Was er dabei an typischen Fehlern herausfischt, arbeitet der Mann von der Qualitätssicherung in einem wöchentlichen Newsletter auf. Darin erklärt er, warum es so heißen muss und nicht anders. Seine Rundmail verschickt er freitags intern an alle Kollegen.

Ab diesem Freitag erscheint Töngis Sprachkolumne „Vorsicht, Sprachfalle! – Richtig schreiben für Journalisten“ im Internet. Der in Eugendorf (Österreich, Bundesland Salzburg) ansässige Medienfachverlag Johann Oberauer GmbH ist auf die Sprachbetrachtungen aufmerksam geworden und startet auf seinem Journalisten-Portal www.newsroom.de eine wöchentliche Serie (jeweils freitags). Die Homepage wendet sich an Journalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem mit Nachrichten, Jobplattform, Workshops, Informationen zur Aus- und Weiterbildung sowie Ausschreibungen zu Journalistenpreisen; sie ist aber allgemein zugänglich.

Und was hat es mit den ungleichen Sprach-Pärchen vom Anfang auf sich? Der Verdienst bedeutet laut Duden „Einkommen“, die sächliche Form „anerkennenswertes Verhalten, Tun oder außergewöhnliche Leistung“. Der Schild bezeichnet „Schutzschild, -waffe“, die sächliche Variante ein „Erkennungszeichen, Aushängeschild“. Wenn jemand auf den Schild gehoben wird, dann wird stets dieses männliche Substantiv verwandt.