Mannheim

Kriminalität Beamte bei Einsatz in der Neckarstadt verletzt

Mob attackiert Polizisten

Archivartikel

Aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus sind in der Silvesternacht in der Neckarstadt-West mehrere Polizeibeamte angegriffen und verletzt worden. Das teilte das Polizeipräsidium gestern mit. Demnach waren die Beamten zunächst von einem Zeugen zu einem Einsatz in der Humboldtstraße gerufen worden. Dieser hatte um 0.30 Uhr beobachtet, wie ein Mann mehrere Schüsse auf ein Auto abgegeben hatte.

Nach Angaben der Polizei war ein bislang Unbekannter mit seinem Renault in der Humboldtstraße von einer Personengruppe aufgehalten und am Durchfahren gehindert worden. Der Mann zog daraufhin eine Schreckschusswaffe und bedrohte aus dem Fahrzeug einen 30-Jährigen. Dieser wiederum zögerte nicht lange, sondern griff den Fahrer an, riss ihm die Waffe aus der Hand und feuerte mehrfach auf das Auto. Der Unbekannte flüchtete zu Fuß aus seinem Auto, während die Beifahrerin sitzen blieb. Während der Personenkontrollen eskalierte das Geschehen. Beide Parteien, die zuvor in Streit geraten waren, solidarisierten sich. Die Polizei sprach von 50 bis 60 Personen..

Prellungen und Platzwunden

Trotz polizeilichem Großaufgebot von mehreren Streifenwagenbesatzungen widersetzten sich die Anwesenden den Platzverweisen. Im Tumult wurden dann mehrere Beamte durch Faustschläge auf Kopf und Körper angegriffen und dadurch leicht verletzt. Die Schläger, gegen die auch Pfefferspray eingesetzt wurde, wurden festgenommen und in das Polizeirevier gebracht. Die Schreckschusswaffe, die der 30-Jährige zuvor dem Fahrer abgenommen hatte, wurde sichergestellt.

Die verletzten Beamten erlitten den Angaben zufolge teilweise Prellungen und Platzwunden am Kopf – konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Das Polizeirevier Neckarstadt hat die Ermittlungen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriff gegen Polizeibeamte sowie Widerstands gegen mehrere Täter aufgenommen. „Es wird nicht besser von Jahr zu Jahr“, sagte ein Polizist auf Anfrage. stp/pol