Mannheim

Neuerscheinung „Wie Karl Drais das Fahrrad erfand“

Mobil kommt ohne Pferde ins Rollen

Kurz vor Schluss des Jubiläumsjahres erscheint ein weiteres, unbedingt lesenswetes Velobuch: „Wie Karl Drais das Fahrrad erfand“ heißt der Band“, den der Technikhistoriker Hans-Erhard Lessing (Bild) nun zum 166. Todestag des Erfinders vorlegt. Lessing (Jahrgang 1938) war Professor für Physikalische Chemie an der Universität Ulm und als Hauptkonservator an Museen in Mannheim und Karlsruhe tätig. Seit den 1980er Jahren wurde er durch seine These, das Fahrrad historisch als Wegbereiter des Automobils anzuerkennen, bekannt.

Farbige Illustrationen

Dank eines Zuschusses der Heinrich-Vetter-Stiftung auch mit farbigen Illustrationen skizziert Lessing den Lebensweg Drais’ und die Umstände der Fahrrad-Erfindung. Ergänzt wird seine Darstellung durch zahlreiche Original-Quellen, die eine von Lessings Hauptthesen stützen: Die Annahme, dass die Klimakatastrophe der späten 1810er Jahre, verursacht durch den verheerenden Ausbruch des Vulkans Tambora (Indonesien), den Impuls für das pferdelose Fahrzeug gab.

Vor allem wegen der damaligen Pressezensur, so Lessing, fänden sich für die Folgen des Tambora-Ausbruchs, nämlich Missernten, Pferdesterben und explodierende Lebensmittelpreise, kaum schriftliche Belege. Drais habe nämlich systematisch an Fortentwicklung und Verbesserung bereits bekannter Technik gearbeitet.

So war es laut Lessing keineswegs Zufall, dass die Laufmaschine von 1817 keine Pedale hatte. Die hatte der Erfinder bereits Jahre vorher an Fahrmaschinen erprobt. Es war aber, so weist Lessing nach, die Angst seiner Zeitgenossen, mit dem zweirädrigen Vehikel umzufallen, wenn man die Füße vom Boden nimmt, die den Erfinder veranlasste, die Tretkurbeln wegzulassen. lang

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