Mannheim

Montag, 6. November 1989

Wie bereits am Samstag gab es auch am Montag, 6. November 1989, keine Lokalausgabe der „Sächsischen Zeitung“ („SZ“). Das schreibt Ramona Geißler, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Riesaer Stadtmuseums, auf Anfrage. Allerdings fand an diesem Abend erstmals eine Veranstaltung in Riesa statt, die Wellen schlug. Die „SZ“ berichtete am 8. November darüber.

Laut Historiker Michael Richter gab es ab dem 6. November 1989 immer montags Foren im Klub der Jugend und Sportler. Bürger konnten mit führenden Funktionären des Kreises über aktuelle Themen diskutieren. Am ersten Forum nahmen laut Richter 1500 Menschen teil, die sich gegen die führende Rolle der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands wandten.

Erst zwei Tage später erschien ein Bericht zum „Riesaer Montagsgespräch“ in der Zeitung. Es habe einen „unüberhörbaren Ruf nach Veränderungen“ gegeben. Drei Stunden wurde diskutiert, Antworten der Kreispolitiker mit „Buh“-Rufen unterbrochen. „Einhellige Meinung im Saal: „Eine erschütternde Politik im Lande und der Vertrauensverlust der Partei können nicht einfach abgestreift werden wie ein alter Mantel“, schrieb der „SZ“-Autor K.-H. Stubenrauch. Ein großer Dialog sei im Gange gewesen, so Stubenrauch weiter. Dieser habe deutlich gemacht: „Eine ehrliche, radikale Wende in der Politik muss durchgesetzt werden.“ jor

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