Mannheim

Innenstadt Am Zeughaus soll das Zentrum des Museums-Quartiers entstehen / Brombeeren-Stiftung und Reiss-Engelhorn-Museen planen und bauen

Museumscafé und zwei neue Bäume am Toulonplatz

Archivartikel

Die Skepsis im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderats war nicht klein: Bei der anstehenden Umgestaltung des Toulonplatzes als Zentrum des Mannheimer Museumsviertels stellten etliche Stadträte die Frage, warum nicht auch andere Plätze aufgewertet werden können und wieso für den Platz am Zeughaus eine Finanzierung gewählt werden sollte, die erst im Nachhinein (2022) abgerechnet werde.

Den dazu nötigen Durchführungsvertrag mit den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) und der Brombeeren-Stiftung der Mäzenin Traudel Engelhorn bezeichnete Fraktionsvorsitzender Thomas Trüper (Li.Par.Tie) bei der Sitzung des Ausschusses im Ratssaal des Stadthauses N 1 als „halbelegante Lösung“ und Vorgriff auf die nächsten Etatberatungen. Wie mehrfach berichtet, soll der Platz teilweise mit einem glatten Belag versehen werden, damit ein weitgehend barrierefreier Zugang zum Zeughaus möglich wird.

Die beiden Seitenstraßen zu den Quadraten C 4 und C 6 hin werden im Gegenzug aufgepflastert und als verkehrsberuhigter Bereich („Spielstraße“) ausgewiesen, wie Hanno Ehrbeck von Rathaus-Fachbereich Geoinformationen und Stadtplanung erläuterte. Eine komplette Sperrung der Straßen für Autos sei nicht vorgesehen. Da im Eckhaus des Quadrats C 4 ein weiteres Museum entsteht, soll hier auch eine Außengastronomie auf einem Teil der Platzfläche möglich gemacht werden. Die geschätzten Gesamtkosten von rund einer Million Euro trägt zu mehr als vier Fünfteln die Stadt: 850 000 Euro müssen am Ende bezahlt werden, 150 000 Euro steuert die Brombeeren-Stiftung zu dem Vorhaben bei.

Für die Grünen begrüßte Stadträtin Gabriele Baier die Pläne. Insbesondere die Verkehrsberuhigung wertete sie als „Schritt in die richtige Richtung“ auf dem Weg zu einer autoarmen Innenstadt. Auch sie wies aber darauf hin, dass es weitere Plätze gebe, die einer Erneuerung dringend bedürften. „Wir wünschen uns in der Stadt mehr Grün“, stellte auch Christian Kirchgässner (CDU) vom Bezirksbeirat Innenstadt/Jungbusch fest. Er regte an, mehr als die bislang vorgesehenen zwei Bäume zusätzlich auf dem Platz zu pflanzen.

Die Planungen seien, anders als bei regulären Verfahren, noch nicht abgeschlossen. „Wir können Ihre Wünsche und Anregungen deswegen mitnehmen und ins weitere Verfahren einbringen“, erklärte Christa Backhaus-Schlegel. Zudem sei die Vorgehensweise, Private mit der Durchführung solcher Projekte vertraglich zu verpflichten, nicht völlig unüblich. Da die Stadt nicht genügend Personal hat, um selbst zu planen und zu bauen, tritt sie als Auftraggeber auf.

Fertig werden soll das neue Museum im kommenden Jahr, rem und Brombeeren-Stiftung wollen den Umbau des Toulonplatzes bis dahin „stemmen“. Gegen die Vorgehensweise stimmten am Ende ein Vertreter der AfD sowie die Stadträte Volker Beisel (FDP) und Roland Weiß (Freie Wähler).

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