Mannheim

Fasnacht „Löwenjäger“ zeichnen Verlegerin und Buchhändlerin Barbara Waldkirch mit dem „Goldenen Spargel“ aus

Nach 38 Jahren erstmals Frau geehrt

Archivartikel

Es gibt ihn seit 1980, doch jetzt erst erhielt ihn erstmals eine Frau: den „Goldenen Spargel“ für Persönlichkeiten, die sich als besonders bodenständig und engagiert gezeigt, trotz ihres Erfolgs regionale Verankerung bewahrt haben. Die Käfertaler „Löwenjäger“ ehrten damit nun die Feudenheimer Verlegerin Barbara Waldkirch, 2001 bis 2015 Vizepräsidentin der IHK Rhein-Neckar. „Sie ist eine Frau mit enormem sozialem Engagement, die auch Großartiges für die Löwenjäger leistet“, dankte ihr Bernd Nauwartat, der Vorsitzende der Käfertaler Karnevalisten.

Ehe sie an diesem Wochenende ihr großes Spargelfest ausrichten, gab es das königliche Gemüse im kleinen, prominenten Kreis. Doch weil der sonst bewährte Koch nicht konnte, sah sich Nauwartat in ungewohnter Rolle. Er, sein Vorgänger Walter Dörr und dessen Frau Doris sowie ein kleines Vereins-Team bereiteten diesmal ein feines Menü zu.

Doch ehe Nauwartat und Präsident Thomas Hambsch Schürze, Hut, Kelle und andere Insignien eines Spargelbauers an Waldkirch überreichten, durfte der im vergangnen Jahr ausgezeichnete Unternehmer Volker Peeck den neuen Ordensträger charakterisieren.

„Herzlichkeit bewahren“

Geschickt verwendete er anfangs bewusst die männliche Form – und umso größer war die Überraschung. „Sie hat gelernt, sich in einer von Männern dominierten Wirtschaftswelt durchzusetzen“, so Peeck über Waldkirch. Auf dem Waldhof aufgewachsen, studierte sie in Heidelberg und ist Diplom-Übersetzerin für Russisch und Englisch. 1992 übernahm die Mutter von drei Söhnen die Geschäftsführung des über 475 Jahre alten Verlags, eröffnete 2007 eine Buchhandlung und ist nebenbei vielfältig ehrenamtlich engagiert. Peeck bescheinigte ihr „herausragende Verdienste um Wirtschaft und Kultur“: „Sie hat das kulturelle und kommunale Leben in vielen Bereichen mitgeprägt!“, so Peeck, sei aber „Unternehmerin durch und durch“.

Waldkirch bedankte sich gerührt, aber auch mit nachdenklichen Worten. Sie bewundere die Jugendarbeit und habe sich bei den „Löwenjägern“ „von Anfang an wohlgefühlt wie in einer Familie“. Dazu gehöre zwar „auch mal Zoff“, aber der Verein möge darauf achten, dass „die Herzlichkeit, die besondere Atmosphäre erhalten bleibt“, mahnte sie.