Mannheim

Bürgerbarometer II Nachtbürgermeister und Clubvertreter freuen sich über Bewertungen

„Nachtleben ist Standortfaktor“

Hendrik Meier, Mannheims erster Nachtbürgermeister, freut sich über das Ergebnis des aktuellen „MM“-Bürgerbarometers: „Das stimmt mich zuversichtlich, die Botschaft ist offenbar angekommen.“ Seit August kümmert sich Meier um die Anliegen rund ums Nachtleben. Clubbetreiber sind genauso seine Ansprechpartner wie städtische Dienststellen oder Nachbarn, die sich vom Lärm des feiernden Ausgehvolks gestört fühlen.

Deshalb will Meier auch die 19 Prozent der Mannheimer, die sich laut Umfrage vom Nachtleben-Lärm gestört fühlen, sehr ernst nehmen. „Ich führe da viele Gespräche, und natürlich geht es an manchen Stellen auch in Richtung von Stadtentwicklungsfragen: Braucht es zum Beispiel an einer bestimmten Stelle wirklich noch eine weitere Bar oder wäre in einem Wohnviertel auch mal ein Bäcker sinnvoll?“

Jungbusch stößt an Grenzen

Er sehe seine Rolle als Schnittstelle zwischen verschiedenen Gruppen. Nächste Woche etwa trifft er sich mit Bar- und Clubbetreibern, da geht es um Themen wie gemeinsame Kommunikation oder Außenbestuhlung. Er selbst gehe so zwei bis drei Mal in der Woche abends aus. Der Jungbusch stößt seiner Meinung nach als Ausgehviertel an seine Grenzen, er würde sich freuen, wenn sich auch andernorts in Mannheim etwas entwickeln könnte.

Felix Grädler, Vorsitzender des Verbands Eventkultur Rhein-Neckar, lobt die „grundsätzlich positive Atmosphäre und das große Grundverständnis“ gegenüber dem Nachtleben in Mannheim. „Es gibt viele kleine Clubs in Mannheim, dafür vielleicht etwas weniger Live-Musik-Angebote als in Heidelberg“, sagt Grädler, der in Heidelberg die Halle 02 betreibt. Dabei habe sich in Mannheim viel entwickelt, etwa der Jungbusch als Ausgehviertel. So etwas habe es früher hier nicht gegeben, sondern allenfalls in Heidelberg.

In Zukunft, so wünscht es sich Grädler, sollten sich die Betreiber von Clubs, Bars und anderen Angeboten im Nachtleben regional besser vernetzen. „Ausgehen ist doch ein regionales Thema“ – wer zum Beispiel aus Weinheim komme, der habe abends die Wahl, wohin er gehe. Stadtgrenzen spielten da nicht die größte Rolle. Matthias Rauch, Leiter der kulturellen Stadtentwicklung im Rathaus, sieht im Nachtleben „einen wichtigen Standortfaktor“. Mittlerweile werde einfach erwartet, dass es in Städten lebendig zugehe und dass es ein breites Angebot an Clubs, Live-Musik und Restaurants gebe. „Clubs sind auch Innovationstreiber“, sagt er, „viele Geschäfte werden nicht in Büros, sondern am Tresen angebahnt.“ Auch er selbst halte das Nachtleben in Mannheim für gut, auch wenn er an einigen Stellen noch Bedarf sieht, etwa bei Clubs bestimmter Größe oder auch im gastronomischen Bereich.

Erfreut zeigt sich Rauch über die positiven Reaktionen auf den Nachtbürgermeister. Auch in der Stadtverwaltung werde die neue Rolle geschätzt. Dabei solle Meier nicht erst ins Spiel kommen, wenn Probleme auftreten, sondern schon vorher viele Seiten an einen Tisch bringen.

Zum Thema