Mannheim

Marathon Kinder und Jugendliche zeigen bei den Läufen ihr Können / Die zweieinhalbjährige Mathilda geht entspannt ins Ziel

Nachwuchs trotzt dem Wetter

„Wir werden auf alle Fälle starten“, heißt es am Samstag gegen 14 Uhr vom Veranstalter der Mannheimer Marathonläufe. Der Wetterbericht meldet zwar Regen und starken Wind für den Nachmittag. Das sei aber kein Grund, alles abzusagen.

Während draußen Techniker eilig damit beschäftigt sind, Equipment gegen den Sturm zu sichern und die Elektronik vor dem Regen zu schützen, läuft im Rosengarten die Ausgabe der Startnummern. Allerdings etwas verhalten. In einer Stunde soll der Bambini-Lauf für die Jüngsten bis maximal Jahrgang 2012 starten. Doch bis zu diesem Zeitpunkt haben sich keine 200 Teilnehmer angemeldet. „Wir hatten schon bessere Jahre“, sagt eine Helferin und verweist auf bis zu 500 Anmeldungen vor einigen Jahren: „Das Wetter könnte halt besser sein.“

Draußen setzt mittlerweile der Regen ein, an den Scheiben im Rosengarten läuft das Wasser herunter. Der Anmeldebereich wird zur trockenen Warte- und Spielfläche. Der sechsjährige Maximilian kann es kaum erwarten, losrennen zu dürfen. Ja, er hat trainiert, sagt er. Seine Mutter relativiert das aber: „Der rennt doch eh den ganzen Tag rum.“

Verwandte feuern an

Bis zur Startaufstellung ist es wieder trocken, aber kalt und ungemütlich bleibt es dennoch. Omas, Opas, Mamas und Papas beziehen Stellung an der Rennstrecke, einige wollen mit selbstgemalten Plakaten ihre jungen Stars anfeuern. Die wärmen sich noch schnell auf, zählen die letzten Sekunden bis zum Start und rennen dann wie entfesselt los auf der kurzen Strecke um den Wasserturm. Für Lukas von der Gerhart-Hauptmann-Schule endet der Marathon allerdings schon nach wenigen Schritten: Er verliert seinen linken Schuh. Sein Betreuer kann ihn in der Masse der Läufer wiederfinden, er zieht ihm den Schuh wieder an, und dann rollen sie im Eiltempo das Feld von hinten her auf.

Und während das Hauptfeld in Windeseile davon rennt, bleibt die zweieinhalbjährige Mathilda mit ihrer Mutter einsam am Start zurück: Auch Mathilda kämpft um Zeit und Raum, an der Hand ihrer Mutter geht sie Schritt für Schritt auf ihren kleinen Füßen ganz langsam in Richtung Ziel. Dort werden auch die Letzten noch frenetisch vom Publikum angefeuert und förmlich über die Ziellinie getragen. Dann trippelt Mathilda über die Linie, sie wird gefeiert und macht ihrer Mutter wohl das schönste Muttertagsgeschenk: „Ich bin begeistert, dass sie das geschafft hat“, sagt die gerührt.

Direkt im Anschluss starten der Kids-Run sowie der GBG Mini-Marathon auf einer 2,1 Kilometer langen Strecke. Auch hier wird um jede Millisekunde gekämpft, zumindest im vorderen Feld. Einige der jungen Läufer bleiben erschöpft hinter der Ziellinie am Boden liegen, um ein halbes Dutzend von ihnen kümmern sich dort die Sanitäter.

Schweinehund besiegt

Für viele andere geht es bei den Kinder- und Jugendläufen einfach nur darum, überhaupt das Ziel zu erreichen. Auch sie haben Großartiges geleistet, mit fest gedrückten Daumen den inneren Schweinehund besiegt und sind am Ende mit ausgestreckten Armen über die Ziellinie gelaufen. Und andere wiederum sind aus ganz anderen Gründen mit von der Partie – so wie Monika und Emel: „Wir waren letztes Mal schon dabei und wollten es noch mal machen.“ Stolz und glücklich präsentieren sie im Ziel ihre Medaillen und verraten, worum es ihnen wirklich ging: „Es hat Spaß gemacht!“

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