Mannheim

Das Wetter des Monats Windbringer wie die Tiefs Sabine und Bianca machten auch vor der Quadratestadt nicht Halt / Februar lag 4,6 Grad über dem Durchschnitt

Nass, stürmisch und viel zu warm

Die Mannheimer haben einen stürmischen – aber durchaus warmen – Februar hinter sich: Ganze 4,6 Grad über dem Durchschnitt lag der Monat bei einer Mitteltemperatur von 7,1 Grad, berichtet Andreas Pfaffenzeller, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Daten für die Quadratestadt aufzeichnet. Der Februar rangiert damit auf Platz drei seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1949. Der wärmste Tag war am 16. Februar mit einem Höchstwert von 18,8 Grad.

Der Monat startete für die Mannheimer ungewöhnlich mild, es gab viele Wolken und reichlich Regen, zudem war es windig. Grund dafür war laut Fachmann Pfaffenzeller, dass in einer lebhaften westlichen Strömung die Tiefs Naima, Ottilia und Petra überwiegend feuchte und milde – zum Ende auch kältere – Luftmassen vom Ostatlantik nach Baden-Württemberg steuerten. In den ersten vier Tagen des Februars regnete es fast zwei Drittel eines Monatssolls. Die Höchstwerte lagen bei sehr milden 11 bis ungewöhnlich milden 15 Grad, nachts blieb es bei Minima von 9 bis 4 Grad frostfrei.

Hoch Frank brachte leichten Frost

Danach brachte Hoch Frank angefüllt mit Polarluft ruhiges und winterlich angehauchtes Wetter, beschreibt Pfaffenzeller. Morgendlicher Hochnebel währte nur kurz, und damit gab es tagsüber viel Sonne. Das Thermometer stieg auf Werte um 8 Grad, und nachts gab es durchweg leichten Frost bei Tiefstwerten bis minus 4 Grad.

Von Mitte des Monats bis zum Ende wurde es dann stürmisch: Das Sturmtief Sabine und die Tiefdruckgebiete Tomris, Victoria, Wiltrud, Zehra, Sturmtief Bianca und Tief Charlotte lenkten in einer kräftigen westlichen Strömung überwiegend wolkenreiche und feuchte sowie abwechselnd warme und kalte Luftmassen vom Atlantik nach Baden-Württemberg. Laut Pfaffenzeller war dies der Grund dafür, dass es bei wechselnder bis starker Bewölkung auch mal Dauerregen (wie am 13. Februar), dann wieder Schauer, mitunter auch Schneeregen, gab.

Einzelne Tage waren recht sonnig. „Dominiert wurde diese Witterungsphase durch den anhaltenden kräftigen Südwest- und Westwind“, berichtet der Meteorologe. An 16 der 21 Tage dieses Zeitraums traten mindestens Windböen, an acht Tagen mindestens stürmische Böen auf. Sabine brachte am 10. Februar eine Sturmböe mit 87,1 Stundenkilometern nach Mannheim – und auch am Tag davor gab es Sturmböen in hoher Geschwindigkeit.

„Den zweiten Höhepunkt setzte am 27. Februar Sturmtief Bianca, das ganz anders als Sabine sogar mit seinem Kern über Baden-Württemberg hinwegzog“, erklärt Pfaffenzeller. Im ruhigen Tiefkern blieb Sturm aus, aber es gab viel Niederschlag, teilweise auch als Schneeregen. Die Tageshöchstwerte lagen bei milden bis ungewöhnlich milden 5 bis 15 Grad. Die Nächte blieben bei Tiefsttemperaturen von 9 bis knapp über 0 Grad durchweg frostfrei.

Insgesamt lässt sich festhalten: Der Winter (Dezember bis Februar) war viel zu warm, zu nass mit viel Sonne. Mit einer Mitteltemperatur von 5,4 Grad war der Winter laut Pfaffenzeller insgesamt um 3,4 Grad zu warm – und liegt damit auf Platz drei seit Aufzeichnungsbeginn.

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