Mannheim

Verabschiedung Caritasverband würdigt Arbeit des langjährigen Vorstandsmitglieds

Neubau nach Nitsch benannt

„Der Caritasverband Mannheim ohne Roman Nitsch? Kaum vorstellbar!“ Bei dessen Verabschiedung zieht sich diese Botschaft wie ein roter Faden durch die Reden. Und noch in einem sind sich alle einig: Fachkompetenz verknüpft mit Gestaltungskraft und ausgleichendem Wesen zeichnen jenen promovierten Psychologen und Psychotherapeuten aus, der den katholischen Wohlfahrtsverband drei Jahrzehnte geprägt hat. Er war zuerst Leiter der Erziehungsberatung, dann Chef der Abteilung für Kinder, Jugend und Familie und außerdem ab 2011 als Vorstandsmitglied tätig.

In der proppenvollen Franziskus-Kirche zelebriert Dekan Karl Jung den Abschiedsgottesdienst. Als Vorsitzender des Caritasrates würdigt er nicht nur die beruflichen Leistungen des 65-Jährigen, er bescheinigt ihm auch, das Gebot der Menschlichkeit immer im Blick behalten zu haben. Nicht von ungefähr ist der Waldhof als Ort der Festlichkeit ausgewählt worden: Roman Nitsch hat das 2015 eröffnete Pflegezentrum St. Franziskus als Projektleiter betreut.

Mini-Reden in Buch gesammelt

Dass sich ein Chor auf dem Altar formiert, ist keineswegs außergewöhnlich – wohl aber, dass Caritas-Mitarbeiter, darunter die beiden Vorstände, das hohe Lied des Lobes anstimmen und zur Melodie „Selig seid ihr“ auch noch Strophen gedichtet haben: „Wir danken Dir, Roman unserm Mann, dass all Dein Tun lang’ nachklingen kann.“ Und der aus Freiburg angereiste Diözesan-Caritasdirektor Thomas Herkert lobt den Einsatz des Mannheimers, der für das Bistum die Arbeitsgemeinschaft der Erziehungshilfe ab 2001 aufgebaut und geleitet hat.

Beim Empfang im Gemeindesaal bleibt den Besuchern, darunter viele Vertreter von sozialen Einrichtungen wie aus dem Gemeinderat, ein „Grußwort-Marathon“ erspart, stattdessen haben Wegbegleiter wie Offizielle ihre Mini-Reden in einem reich bebilderten Abschiedsbuch gesammelt. Stellvertretend tritt Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb ans Mikrofon und dankt Nitsch, der zur Verlässlichkeit des Caritasverbandes als „wichtiger Kooperationspartner der Stadt“ beigetragen habe. Regina Hertlein vom Caritas-Vorstand würdigt all „die vielen Fußabdrücke, die Roman Nitsch hinterlässt“. Den Abteilungsleiter mit feinem Humor in das Führungsgremium geholt zu haben, bezeichnet sie als „Glücksfall“.

Pensionär sichtlich gerührt

Als Würdigung, so kündigt sie an, soll das neben der Franziskus-Kirche gerade entstehende Wohnheim für psychisch kranke Menschen den Namen „Roman-Nitsch-Haus“ bekommen. Das bereits vorbereitete Schild überreichen Regina Hertlein und Mit-Vorstand Volker Hemmerich dem sichtlich gerührten Neu-Pensionär.

Gerade Menschen, die seelische Unterstützung brauchen, betont Roman Nitsch in seinem Rückblick, liegen ihm besonders am Herzen. Er empfinde „große Demut“, wie sich für ihn „ alles gefügt“ habe. Außerdem sei er dankbar, dass er immer wieder Neues lernen konnte. Ausdrücklich hebt er das vertrauensvolle Miteinander im Vorstand hervor. Auch wenn dem Vater von zwei erwachsenen Kindern jetzt mehr Zeit für Ehefrau Sabine und die Familie bleibt, so will er einige seiner Aufgaben ehrenamtlich weiterführen – beispielsweise die Geschäftsführung des Vereins Kinder- und Jugendheims St. Anton und der Luisen-Stephanien-Stiftung.

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