Mannheim

Fußball Waldhof-Motive Thema beim Jubiläums-Symposium des Instituts für Sportgeschichte

Neue Runde des Graffiti-Projekts

Das Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg feiert im Herbst dieses Jahres sein 25-jähriges Jubiläum, gemeinsam mit der Deutschen AG von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen, die auf ihr 15-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass gab es jetzt ein Symposium mit Festabend zum Thema „Kunst-Sport-Literatur“ im Kloster Maulbronn. Im Zentrum standen dabei auch die Graffiti an Mannheimer Stromkästen.

Verschiedene Gestaltungsformen

Das Symposium wandte sich den neuen Gestaltungsformen seit der Wiederbelebung der Olympischen Spiele zu, auch Bereichen abseits des „Mainstreams“. Das breit angelegte Themenspektrum schloss Übergänge zur Gebrauchsgrafik ebenso ein wie moderne Formen wie Film, Foto und eben Graffiti. Im Rahmen dieser Vorträge kamen zwei Vertreter aus der Fanszene des SV Waldhof Mannheim in Maulbronn zum Einsatz: Der Streetart-Graffiti-Künstler Daniel Hoffner (Bild unten), begleitet und assistiert vom Fanbetreuer Martin Willig, zeigte den interessierten Workshop-Teilnehmern, wie das Stencilprojekt „Legenden auf Stromkästen“ funktioniert. Das englische Wort Stencil (Schablone) bezeichnet Graffiti, die mit Schablonen angefertigt werden.

Dieses Projekt, vorwiegend im nördlichen Teil der Stadt Mannheim von Streetart-Künstlern aus der Fanszene des SV Waldhof Mannheim umgesetzt, basierte auf einer Idee von Ultras Mannheim und Pro Waldhof. „Die großen „Waldhof-Fußballer“ sollten damit den Bürgern im Stadtbild optisch präsent gemacht und erhalten werden“, erklärte Willig. „Die Umsetzung zu dieser Erinnerungskultur erfolgte in den Jahren des Wiederaufstiegs des SV Waldhof Mannheim in die Regionalliga ab 2011.“ Als Motive sind Vereinsheroen wie die Spieler Otto Siffling, Seppl Herberger, Albert Brückl, Günter Sebert, Roland Dickgießer oder Karlheinz Bührer zu sehen.

Insgesamt finden sich mehr als 20 verschiedene Motive in der Stadt verteilt, vorwiegend in den Vereinsfarben Blau und Schwarz gehalten. „Sie sollen Ausdruck einer Identität zu seinem Stadtteil bilden und die Tradition hochhalten“, führte der Graffiti-Künstler Hoffner aus. Weitere Motive des fortlaufenden Projekts seien aktuell gerade in Planung und Umsetzung. Sie laufen mit Genehmigung des Mannheimer Unternehmens MVV, dem die Stromkästen gehören, betonte Hoffner.

Der Künstler berichtete den Teilnehmern, dass Sprühen im öffentlichen Raum grundsätzlich nicht legal sei – es sei denn, der Inhaber der Flächen stimme zu. Auch gesundheitlich sei er infolge seiner Arbeit schon im Krankenhaus gewesen. Die Liebe zu seinem Hobby und die Herausforderung, großflächig ein schönes Zeichen zu hinterlassen, motivierten ihn aber ständig aufs Neue.

Insgesamt stünden Mannheimer „Sprayern“ im Schnitt 200 Meter Wand im öffentlichen Raum zur Verfügung, die Künstler würden sich größtenteils untereinander respektieren. Zum Teil würde eine attraktive Fläche im Schnitt mindestens 40 Mal übermalt.