Mannheim

Luisenpark Gärtner haben viel Gestrüpp entfernt / Gastronomie „Sommergarten Luise“ sowie Waffelstand fallen weg

Neue Spielgeräte und Wegweiser

Archivartikel

Mit Änderungen an vielen Stellen hat sich der Mannheimer Luisenpark auf die neue Saison vorbereitet. Zwei Gastro-Einrichtungen wuden geschlossen, dafür gibt es nun einen neuen, zentralen Kiosk.

Mannheim.Die Forsythien blühen, setzen überall hellgelbe Farbtupfer in den Luisenpark. Ellen Oswald schöpft daraus viel Optimismus. „Das ist ein Indikator, dass die schlimmsten Fröste vorbei sind“, weiß die Gärtnerische Leiterin. Was sie mit ihren 30 Gärtnern, zwei Auszubildenden und den Kollegen anderer Abteilungen in der Winterpause alles verändert hat und was man beim Osterspaziergang entdecken kann, präsentiert sie mit Stadtpark-Geschäftsführer Joachim Költzsch dieser Zeitung.

Mammutbäume: Vier große, alte Mammutbäume am Pinguingehege mussten gefällt werden – was viele Parkbesucher bedauerten. „Wir haben das nicht gerne gemacht, aber sie hatten den Nadelpilz, die Verkehrssicherheit war nicht mehr gewährleistet, es musste sein“, bedauert Oswald. „Wir würden doch nie einen so großen Baum fällen, wenn wir nicht müssen“, ergänzt Költzsch. Aber die Bäume „leben“ indirekt im Park weiter. Rolf Bergmann, Forstwirtschaftsmeister im Gärtnerteam, hat sie zu Holzskulpturen und Sitzmöbeln verarbeitet.

Brunnen: Im Gegensatz zur Stadt, die wegen der Frosttage die Brunnen erst Mitte April in Betrieb nimmt, sprudeln ab Ostern alle Brunnen im Luisenpark – nur die „Tanzenden Steine“ nicht. Da muss erst ein Pumpenschaden repariert werden.

Spielgeräte: Das „Rampenlabyrinth“ auf der Freizeitwiese, in den 1980er Jahren anstelle des „Ballgebirges“ entstanden, war morsch. Es ist völlig neu und sogar ein bisschen größer wieder aufgebaut worden. Neben dem Wasserspielplatz hat die Sparkasse über den Förderkreis „Freunde des Luisenparks“ eine neue Kleinkindrutsche gestiftet. Im Sommer soll der Burgspielplatz neue Brücken und Sitzmöbel erhalten.

Mobiliar: Von den rund 700 Stühlen und Liegestühlen aus blauem Metall wurden 300 sehr alte und verrostete Exemplare überarbeitet, 100 zudem neu angeschafft.

Chinagarten: Hier und an vielen anderen Stellen haben die Gärtner Sträucher kräftig gestutzt. „Wir wollen mehr Licht, mehr Luft, mehr Sichtachsen“, begrüßt Költzsch das Konzept von Oswald. Zudem wurde am Chinagarten der Teich ausgepumpt und neu gefüllt, 80 Strauchpfingstrosen gesetzt.

Wegebau: Ein etwa ein Kilometerlanger Weg vom Chinagarten aus den Kutzerweiher entlang wurde komplett neu angelegt. Das allein kostete 40 000 Euro, „weil wir auch gleich die alten Leitungen erneuerten und eine Entwässerung einbauten“, erläutert Költzsch. Zudem haben die Mitarbeiter in Winter ein Wegstück hinter dem Gartenschach gepflastert, ein wenig benutztes und mit Algen überwachsenes Wegstück am Kutzerweiher gegenüber der Seebühne aber aufgegeben.

„Gemeinsam Gärtnern“: Die im Zuge der Initiative „Gemeinsam Gärtnern“ des Förderkreises von Ehrenamtlichen angelegte Fläche neben der Toilette bei der Klangoase ist fertig, mit Bänken versehen. Sechs Sorten Osterglocken blühen hier.

Trinkwasserbrunnen: Die beiden Trinkwasserspender, die von der Bundesgartenschau 1975 stammten, sind abgebaut. Nicht nur sie waren kaputt, auch die Zuleitungen.

Gastronomie: Der „Sommergarten Luise“ am Fuß des Fernmeldeturms fällt weg. Er wurde 2004 geschaffen und wegen der Lage im Schatten schlecht angenommen. Zuletzt war er kaum noch in Betrieb. Der Park will hier die Mauern entfernen, vielleicht eine Picknickfläche anlegen. Auch die Holzhütten vom Waffelstand an der östlichen Gondoletta-Haltestelle sind weg, durch eine Sitzgruppe ersetzt. „Die Sanierung hätte allein 20 000 Euro gekostet“, begründet das Költzsch. Dafür gibt es nun Kuchen, Eis, Crêpes, Süßigkeiten und Getränke in dem großen Holzkiosk vor dem Eulengehege, der mal als Souvenierverkaufsraum gebaut, zuletzt aber kaum genutzt wurde.

Leitsystem: Das auch noch auf die Bundesgartenschau zurückgehende Leitsystem mit grünen Stelen ist weitgehend abgebaut, durch schlanke, moderne Wegweiser in grauer Farbe ersetzt worden. Auch direkt an einzelnen Einrichtungen sind nun Schilder angebracht, zudem weisen Pfeile auf Wege zu Toiletten hin.

Marder: Zwei Vogelvolieren erhielten einen Elektrozaun, wie ihn das Pinguingehege bereits hat – weil sie immer wieder von einem Marder angegriffen wurden. „Es ist nur ein einziger Marder, aber wir haben ihn noch nicht erwischt und bisher kein Mittel gegen ihn“, so Ellen Oswald.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

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