Mannheim

Geburtstag Unternehmer Richard Engelhorn wird morgen 80

„Neugierde treibt mich um“

Vor fünf Jahren hat Richard Engelhorn (Bild) in Birma, vor zehn Jahren in der Türkei gefeiert – „diesmal gebe ich in unserem Opus V eine Küchenparty“, verrät der Erfolgsunternehmer, der am Sonntag 80 Jahre alt wird und auf 50 Engelhorn-Firmenjahre zurückblickt. Bei dem Fest zum Doppel-Jubiläum sollen die Gäste, vor allem Familie, Freunde und Wegbegleiter, vorzüglich speisen und den Zwei-Sternekoch Tristan Brandt kennenlernen.

Der „Modemacher für Mannheim“, wie der „MM“ beim 70. Geburtstag titelte, hat sich seinen Traum erfüllt, Gastronom zu werden. „Das ist mein jetziges Eroberungsfeld.“ Auch in der für ihn neuen Branche setzt Richard Engelhorn Maßstäbe: Als einziges Handelsunternehmen kann sich das Haus an den Planken rühmen, Shopping und Gourmetküche mit insgesamt drei Sternen (für zwei der fünf Lokale) unter einem Dach zu vereinen.

Richard Engelhorn verrät , wie er zu seinem Chefkoch Tristan Brandt gekommen ist - bevor dieser als Jüngster seiner Zunft mit zwei Michelin-Sternen geadelt und dieser Tage vom „Schlemmer Atlas“ als „Spitzenkoch des Jahres 2019“ gekürt wurde. Der Großmeister am Herd, Harald Wohlfahrt, empfahl den talentierten Kollegen.

Den Bereich Mode hat der Seniorchef seinem Sohn Fabian, außerdem Andreas Hilgenstock und Simon Engelhorn, ebenfalls aus der Familie, überlassen. Gleichwohl läuft nichts ohne den Macher, den das Branchenblatt „Textilwirtschaft“ beim 40. Dienstjubiläum als „Einzelhändler mit Genie und Leidenschaft“ würdigte. Erst brachte der Kaufmannssohn in dritter Generation Mode und Management zusammen, inzwischen bereichert er sein Credo „Einkaufen als Erlebnis“ gastronomisch: Weil Gaumenkitzel Menschen ins Haus zieht und obendrein Appetit auf die City macht. Richard Engelhorn ist überzeugt, dass Urbanität auf vielen Flammen köcheln muss, um der Innenstadt-Verödung entgegen zu wirken.

Als er mit der Tochtergesellschaft ECM aus dem gemeinsam mit Diringer & Scheidel vorangetriebenen Projekt Q6/Q7 ausgestiegen ist, sorgte dies für Furore. Den Bau des imposanten Stadtquartiers findet er „gut“ für Mannheim – „unsere Konzeptvorstellungen passten aber nicht zusammen“. Inzwischen haben Richard Engelhorn und Heinz Scheidel heftig ausgetragene Differenzen hinter sich gelassen. „Die Scheidels kommen zu meiner Feier.“

Seit einer Herzoperation hat der sportbegeisterte Unternehmer mit Skifahren und Tennisspielen aufgehört. „Ich fühle mich aber nach wie vor unternehmungslustig.“ Und was motiviert ihn, sich mit 80 Jahren nicht allein auf die Familie – zu der Ehefrau Anne, zwei erwachsene Kinder und Enkel gehören - zurückzuziehen? „Neugierde treibt mich um – und die Suche nach Inspirationen für die Zukunft.“ (Bild: Engelhorn)