Mannheim

Jubiläum „MM“-Leserin feiert 100. Geburtstag / große Freude am Ehrentag

Noch fit wie eh und je

Voller Stolz hält Hildegard Damm ein riesiges Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Liebe Mutti, alles Gute zum 100“ in den Händen und strahlt in die Kamera. Denn dieser Tag ist kein gewöhnlicher Tag, sondern ihr 100. Geburtstag. Grund genug für einen Besuch, bei dem die 100-Jährige über ihr bewegtes Leben erzählt: Geboren in Wittenberge in der DDR kam Damm 1961 durch den Beruf ihres Mannes Heinrich, mit dem sie 54 Jahre lang verheiratet war, nach Mannheim. Heinrich Damm war ein Diplomingenieur und hatte bis zum Umzug in Mainz gewohnt, bis er letztendlich aufgrund eines Auftrages nach Mannheim zog. Als ihr jüngstes Kind gerade einmal zwei Jahre alt war, erkrankte Ehemann Damm mit nur 38 Jahren an Kinderlähmung. Hildegard Damm verzichtete auf professionelle Hilfe und kümmerte sich 40 Jahre lang um ihn, bis er im Jahr 1997 starb. Nachdenklich wird die zugezogene Mannheimerin dann auf die Frage, welchen Moment ihres Lebens sie gerne wiedererleben möchte: „Sie werden vielleicht lachen, aber im Alter vermisst man die Eltern wieder.“ Damit schwelgt sie in den schönen Erinnerungen an ihre Kindheit und an ihre Eltern, mit denen sie gerne noch ein mal einen Tag zusammen verbringen würde. Trotzdem betont sie ihre Selbstständigkeit: „Bis zu meinem Unfall bin ich noch jeden Tag selbst einkaufen gegangen und habe für mich gekocht.“ 2016 musste sie aufgrund eines Oberschenkelbruchs ins Seniorenheim ziehen. Auch heute noch steht sie ihrer Familie sehr nahe. Obwohl eine ihrer Töchter im Schwarzwald wohnt, besucht sie Damm alle drei Wochen. Und selbst an Damm’s Ehrentag ist auch der zweiten Tochter aus Österreich kein Weg zu weit, um diesen besonderen Tag mit ihrer Mutter zu verbringen. So feierte das Geburtstagskind mit all ihren Liebsten im Seniorenheim ihren 100. Geburtstag. Sogar die Heimleitung gratulierte ihr persönlich. So strahlt an diesem Tag nicht nur Damm über das selbst gebackene Lebkuchenherz ihrer Tochter. Denn auch 23 Heimbewohner wurden mit kleineren Lebkuchenherzen überrascht. „Da war die Freude natürlich groß“, sagt Hildegard Damm.