Mannheim

Kriminalität Nach dem Banküberfall in den Quadraten sitzen ein 22-Jähriger und ein 44-Jähriger in Untersuchungshaft / Am Donnerstag schon wieder geöffnet

Nur kurzzeitig 190 000 Euro Beute gemacht

Archivartikel

Mannheim.Polizei und Staatsanwaltschaft haben nun Details zum Banküberfall in U 2 bekanntgegeben. Demnach handelt es sich bei den Festgenommenen um einen 44-jährigen Kroaten und einen 22-jährigen Serben.

Sie sollen am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr vor der Western-Union-Filiale gelauert haben, bis eine Angestellte und eine Reinigungskraft kamen. Nachdem die Tür aufgeschlossen war, sollen sie die beiden mit einer Schreckschusswaffe bedroht und nach innen gedrängt haben. Drinnen habe der 22-Jährige die Bankmitarbeiterin zum Öffnen des Tresors aufgefordert, heißt es. Der 44-Jährige habe unterdessen die Fenster mit dunklem Papier abgeklebt, ein „Geschlossen“-Schild an die Tür gehängt und die Überwachungskamera mit einer unbekannter Substanz besprüht. Dann habe der 22-Jährige zwei Päckchen mit Bargeld aus dem Tresor genommen und in einer kleinen Reisetasche verstaut. Mit 190 000 Euro Beute seien die Männer geflüchtet.

Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein. Den 44-Jährigen fasste sie wenig später in Tatortnähe. Er trug eine Schreckschusswaffe im Hosenbund. Die Tasche mit dem Geld fanden die Beamten in der Nähe. Den 22-Jährigen spürten sie im Laufe des Vormittags in einem Innenstadt-Hotel auf. Gegen beide Männer wurde wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr Haftbefehl erlassen. Sie befinden sich mittlerweile in zwei unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten.

Mitarbeiterin noch unter Schock

Die Western-Union-Bank hat am Donnerstag schon wieder regulär geöffnet. Kunden gehen ein und aus. Spezialisiert ist man hier auf internationalen Bargeldtransfers, die in wenigen Minuten abgewickelt werden können. Wer dagegen etwa ein Sparkonto für seine Kinder eröffnen oder einen Bausparvertrag abschließen möchte, würde damit wohl eher nicht in diese Bank gehen.

Drinnen sind beide Schalter geöffnet, dahinter sitzen ein junger Mann und eine junge Frau, die ihre Namen nicht in den Medien lesen wollen. Zum Zeitpunkt des Banküberfalls waren beide nicht da, aber im Gespräch ist ihnen der Schrecken noch deutlich anzumerken. „Man stellt sich natürlich vor, das wäre einem selbst passiert,“ sagt die Frau. Ihrer Kollegin gehe es den Umständen entsprechend gut, wissen die beiden. Sie stehe aber noch unter Schock und sei krankgeschrieben. Die bei der Tat ebenfalls anwesende Reinigungskraft habe am Donnerstag schon wieder gearbeitet. Dann kommt der nächste Kunde. Das Geschäft muss ja weitergehen.

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