Mannheim

Vergewaltigungsprozess 37-Jährige äußert sich

Opfer sagt als Zeugin aus

Archivartikel

In dem Vergewaltigungsprozess vor der Großen Jugendstrafkammer am Landgericht ist die Nebenklägerin am Mittwoch als Zeugin gehört worden – allerdings nicht zu dem Gewaltübergriff mit sexueller Attacke. Wie berichtet, hatte der Angeklagte mit einer „geständigen Einlassung“ die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bereits weitgehend eingeräumt und somit der 37-Jährigen eine aufwühlende Befragung erspart.

„Keine sexuellen Absichten“

Zur Entlastung seines Mandanten, eines abgelehnten Asylbewerbers aus dem westafrikanischen Guinea, hatte der Anwalt beim Prozessauftakt vorgetragen, dass sich der 20-jährige Mamadou D. und das spätere Opfer bei der vergeblichen Suche nach der Jugendherberge zunächst einvernehmlich näher bekommen seien, man in der Wasserturmanlage sexuelle Körperkontakte ausgetauscht habe. Diese Schilderung relativierte die Nebenklägerin: Sie habe lediglich einen Kuss und Umarmungen zugelassen. Außerdem gab die Frau an, lesbisch zu sein – weshalb Männer für sie ohnehin nicht als Sexualpartner in Frage kämen. Das Opfer war bereit, sich eine Erklärung des Angeklagten anzuhören. Dieser führte auf Deutsch aus, er habe anfänglich nur bei der Suche nach der Schlafunterkunft helfen wollen. Das, was in der späten Nacht geschehen sei, habe er nicht geplant.

Am Freitag, 10. Mai, geht der Prozess um 13.30 Uhr weiter. Eventuell werden bereits am 15. Mai die Plädoyers gehalten. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. wam