Mannheim

AfD Einladungen bereits verschickt

Parteitage in Mannheim abgesagt

Archivartikel

Nach einem Streit mit der Stadt Mannheim um die Anmietung einer großen Halle hat die AfD Baden-Württemberg ihre beiden geplanten Parteitage in der Stadt wieder abgesagt. Die Partei suche nun nach anderen Optionen im Land, allerdings gebe es nur ein halbes Dutzend möglicher Hallen, die infrage kämen, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Markus Frohnmaier am Montag. Da die AfD Mitglieder- und keine Delegiertenparteitage abhalte, müsse auch unter Corona-Bedingungen mit rund 1000 Teilnehmenden gerechnet werden. „Da hätte das Maimarktgelände gepasst, aber dort wurde die mündliche Zusage zurückgezogen“, sagte Frohnmaier.

Vorwürfe gegen den OB

Laut SWR hatte die AfD bereits Einladungen verschickt. Allerdings habe es zwischen der Maimarkt-Betreibergesellschaft, der Mannheimer Ausstellungsgesellschaft und der Partei keinen Mietvertrag gegeben. Die AfD warf Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) vor, er habe die Parteitage verhindert, hieß es in einem SWR-Bericht von Freitag. Die Stadt Mannheim hat die Vorwürfe gegenüber dem Sender zurückgewiesen. Es habe nur ein Informationsgespräch zwischen Stadtverwaltung und Betreiber gegeben. Man sei dabei nur darüber informiert worden, dass die AfD ihre Parteitage in Mannheim stattfinden lassen wolle. Jedoch sei man „in keiner Form am Betrieb der Hallen beteiligt“, heißt es in dem Bericht.

Die AfD Mannheim habe sich ganz bewusst dafür eingesetzt, den Parteitag nach Mannheim zu holen, „um der Maimarkt-Gesellschaft sowie den angeschlossenen Dienstleistern circa 250 000 Euro in die Kassen zu spülen“, sagt AfD-Landtagskandidat Robert Schmidt aus Mannheim. „Die zu erwartenden 2000 Delegierten wären ein warmer Regen für das darniederliegende Hotel- und Gastronomiegewerbe gewesen.“

Einschränkungen durch Pandemie

Die AfD in Baden-Württemberg will eigentlich ihre Kandidaten für die Bundestagswahl im September 2021 schon etwa ein Jahr vor dem Wahltermin aufstellen. Sie begründet das mit in der Zukunft möglicherweise wieder zu erwarteten stärkeren Einschränkungen für Veranstaltungen aufgrund der Pandemie. Außerdem ist ein Parteitag geplant, um das Programm für die Landtagswahl im März zu verabschieden. Er soll in derselben Halle stattfinden, um unter anderem Kosten für den Auf- und Abbau und für die Technik zu sparen. (mit dpa)

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