Mannheim

Fasnacht Maren-Michelle I. bezieht nach kleinem Umzug ihre Prinzessinnenherberge im Maritim / Tradition seit dem Jahr 2000

Per Gepäckwagen durch die Planken

„Ist das eine Brautentführung?“, wundert sich ein Passant auf den Planken. Doch es sind Fasnachter, die da am Sonntagmittag mit der Stadtprinzessin Maren-Michelle I. über die Planken ziehen. Ihr Ziel ist das Maritim-Parkhotel, wo die Lieblichkeit logiert.

„Lasst uns loslaufen, solange noch die Sonne scheint und kein Sturm kommt“, sagt Pilwe-Präsident Rolf Braun am Paradeplatz. Auch Vertreter von Karnevalskommission, Fröhlich Pfalz und Grokageli sind dabei, dazu natürlich der Heimatverein der Prinzessin, der Lallehaag. Deren Gardeoffizier Holger Ebel läuft als Fahnenträger vorneweg, ein Verkehrsmeister der RNV sichert den kleinen Umzug ab. Maren-Michelle I. stellt sich zeitweise auf den Gepäckwagen des Maritims – auch wenn die Elferräte bangen, dass ihr etwas passiert. Mit dabei hat sie zwei Koffer und einen Kleidersack. „Das reicht für heute Nachmittag“, meint sie – verfügt sie doch über neun edle Roben.

„Ahoi“ grüßen die Fasnachter lautstark die Passanten, von denen viele das Handy für Fotos zücken. Beim Eiscafé Fontanella erklärt gerade eine Stadtführerin einer Gruppe, dass hier das Spaghettieis erfunden wurde – und muss dann auch gleich was zu närrischen Bräuchen sagen.

Im Maritim stehen dann sieben ehemalige Stadtprinzessinnen für die neue Regentin Spalier. Opernsängerin Tanja Hamleh begrüßt Maren-Michelle I. mit Whitney Houstons „One Moment in Time“ – und die Mutter der Prinzessin, Lallehaag-Präsidentin Daniela Gruber, wird von dem Moment so übermannt, dass Tränchen fließen.

„Herzlich willkommen im Namen des ganzen Teams“, sagt Maritim-Direktor Bernd Ringer. Schon seit 2000 ist es Tradition, dass die Lieblichkeiten bis Aschermittwoch in der zweistöckigen Suite mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Ankleidebereich und Bad sowie einem weiteren Zimmer für die Adjutantin übernachten darf – und zwar kostenlos. Doch ehe sie die Suite bezieht, gibt es noch eine ulkige Begrüßung durch Büttenredner Horst „Hotte“ Siegholt und einen Tanz der Showgruppe „Suleiman“ des Lallehaag.

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