Mannheim

Peter Kurz wird Städtetagspräsident

Archivartikel

Mannheim/Ulm.Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) ist zum neuen Präsidenten des Städtetags in Baden-Württemberg gewählt worden. Der Vorstand des Kommunalverbandes kürte ihn am Montag in Ulm einstimmig zum Nachfolger von Dieter Salomon (Grüne). Der ehemalige Freiburger Oberbürgermeister scheidet nach einer Wahlniederlage aus dem Spitzenamt aus. Der gebürtige Mannheimer Kurz ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied des Vorstands des Städtetags. Der zweifache Vater tritt sein neues zweijähriges Amt Anfang Juli an. Der Verband ist die Stimme von 189 Gemeinden und Städten sowie einigen Verbänden im Südwesten.

Kurz sagte nach seiner Wahl: "Mir ist es ein Anliegen, deutlich zu machen, dass die Rolle der Städte für die Bewältigung vieler Zukunftsfragen entscheidend ist." Sie böten Heimat und seien durch die kommunale Selbstverwaltung Basis der Demokratie. In den Städten zeige sich, welche Wirkung praktische Politik erzielen könne.

Der Jurist wurde 2007 zum Oberbürgermeister der Quadratestadt gewählt und 2015 für acht Jahre im Amt bestätigt. Der 55-Jährige führt die Verwaltung der drittgrößten Stadt im Südwesten mit fast 307 000 Einwohnern.

Im Jahr 1983 begann Kurz an der Universität Mannheim sein Jura-Studium, das er 1995 mit der Promotion abschloss. Im Jahr 1993 übernahm er die Führung der SPD-Gemeinderatsfraktion. Bis zu seiner Wahl im Jahr 1999 zum Bürgermeister für Schulen, Kultur, Sport- und Bäderwesen arbeitete er als Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe. Die SPD Mannheim begrüßte die Wahl. "Kommunen zu stärken, ist Wesenskern unserer Politik auf allen Ebenen", sagte der Mannheimer SPD-Vorsitzende Stefan Fulst-Blei.

Kurz gilt als pragmatisch, innovativ, verbindlich im Ton, aber hart in der Sache. Ihm wird auch Vermittlungstalent nachgesagt.

Kurz steht für einen harten Kurs gegen jugendliche Straftäter. Er hatte in einem Brief an Innenminister Thomas Strobl (CDU) 2017 Unterstützung gefordert, weil seit 2015 eine Gruppe minderjähriger Nordafrikaner durch "hohe kriminelle Energie" auffalle. Mannheim hatte die Unterbringung der Jugendlichen in einer geschlossenen Einrichtung angeregt. Das Grundvertrauen der Bürger, dass der Staat seine Bürger schützen kann, müsse wieder hergestellt werden. (dpa/lsw)

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