Mannheim

Belastete Bienen Behörde veranlasste 33 Honigtests

PFC in 23 Proben enthalten

Das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe hat Angaben der Mannheimer Bienenzüchter über belasteten Honig (wir berichteten) ergänzt. In einer Pressemitteilung gab die Behörde gestern bekannt, dass im Sommer aufgrund eines Anfangsverdachts 33 Honigproben von Bienenstöcken im Norden Mannheims untersucht worden seien. In 23 dieser Proben sind demnach „PFC-Gehalte“ gefunden wurden. Darunter, so heißt es in der Mitteilung, waren neun Proben oberhalb des Beurteilungswertes (BU): „Diese Honige sind nicht verkehrsfähig und mussten beseitigt werden“. Die krebserregenden, industriell hergestellten Chemikalien wurden 2015 erstmals im Mannheimer Norden festgestellt. Belastet sind Ackerböden, Brunnenwasser sowie Getreide und Spargel.

Fünf Proben wiesen Werte knapp unterhalb des Grenzwerts auf, weitere neun Proben wurden mit geringen Gehalten gemessen. Auffällig war, so das RP, dass die Werte im Laufe des Jahres zum Teil deutlich abgenommen haben. Dies könnte mit den verschiedenen Blühzeitpunkten der von den Bienen besuchten Pflanzen zusammenhängen. Was die Fachleute derzeit nicht erklären können: Im Raum Rastatt/Baden-Baden, wo Böden, Lebensmittel und Trinkwasser ebenfalls überhöhte PFC-Werte aufweisen, habe untersuchter Honig keinerlei Beanstandungen ergeben.

Imker sollen Flächen meiden

Das Regierungspräsidium rät den Imkern deshalb, Flächen mit PFC-Gehalten im Boden zumindest im nächsten Jahr zu meiden und die Bienenstände außerhalb der betroffenen Bereiche aufzustellen. Innerhalb der belasteten Zone werden die Honige 2019 erneut auf PFC untersucht, um weitere Erkenntnisse zur Erklärung der Funde zu gewinnen.

Dieses sogenannte amtliche Vorernte-Monitoring wird seit geraumer Zeit bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen angewendet, um Produkte mit erhöhten PFC-Werten gar nicht erst zum Verkauf zuzulassen. Dies, so das Regierungspräsidium, habe sich als wirksames Instrument des vorsorgenden Verbraucherschutzes bewährt.

Insgesamt gestaltet sich die Suche nach Ursachen der Verseuchung schleppend. Fachleute gehen davon aus, dass schadstoffhaltige Klärschlämme, die zur Düngung auf die Felder ausgebracht wurden, der Grund für die PFC-Belastung sind. Ein Verursacher konnte bisher aber nicht ermittelt werden. lang

Info: Amtliche Infos online: bit.ly/2xkZyE4 und bit.ly/2O8kKHR

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