Mannheim

Pflege fordert alle heraus

Unlängst machte die Meldung die Runde, dass bei Neurentnern die monatlichen Bezüge durchschnittlich unterhalb von 900 Euro liegen. Da ist geradezu vorgegeben, dass bei eventueller Pflegebedürftigkeit viele Männer und Frauen eine stationäre Betreuung nicht selbst finanzieren können. Die Vorstellung, im Alter trotz lebenslanger Arbeit auf Sozialleistungen angewiesen zu sein und deshalb womöglich sein letztes Zuhause nicht frei wählen zu können, macht Angst.

Gleichwohl bringt es wenig, die Stadt, die dringend sparen muss, als Buhmann an den Pranger zu stellen – zumal bisherige Einzelfallprüfungen nicht nach sturen Kostenerwägungen abgelaufen sind. Vielmehr macht es Sinn, wenn jenseits von Kommunen oder Landkreisen, die unter starkem Kostendruck stehen, festgelegt wird, was unserer Gesellschaft wert und teuer sein sollte – auch und gerade wenn Menschen auf Pflege angewiesen sind. Möglicherweise kommt vom Bundessozialgericht Orientierungshilfe. Und die wäre nicht nur für den Mannheimer Konflikt wünschenswert. Ohnehin täte es gut, wenn sich gesellschaftliche Gruppen mehr und besser austauschen.

Das Angebot der Gewerkschaft, in Zeiten von Sparzwängen gemeinsam über Herausforderungen in der Pflege nachzudenken, sollte deshalb nicht voreilig verworfen werden.