Mannheim

Universitätsklinikum Mitarbeiterinnen für Facharbeiten ausgezeichnet / Krankenhaus will Ideen in Praxis umsetzen

Pflegerinnen erhalten Preise

Archivartikel

Zwei Mitarbeiterinnen des Universitätsklinikums Mannheim (UMM) haben einen Intensivpflegepreis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) erhalten. Die DGF prämiert damit ihre pflegewissenschaftlichen Arbeiten: Lisa Renneis belegte den ersten Platz für ihre Publikation zur Prävention von Spätfolgen nach einem Intensivaufenthalt, Manuela Micke erreichte mit ihrem Beitrag über die Ernährung bei Intensivpatienten Platz drei. Das teilte das Klinikum mit.

Die ausgezeichneten Arbeiten erstellten die Pflegekräfte für ihre Fachweiterbildung „Anästhesie und Intensivpflege“, die sie gerade abgeschlossen haben. Beide Frauen sind in der Intensivmedizin des Klinikums tätig. Renneis beschäftigte sich in ihrer Arbeit unter anderem mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), die bis zu ein Drittel aller Intensivpatienten als Spätfolge erleiden. Sie untersuchte verschiedene Ansätze, um eine PTBS zu verhindern. Ein Weg: Patienten dabei unterstützen, den Aufenthalt auf der Intensivstation mit einem Tagebuch zu verarbeiten. „Häufig haben Patienten ausgeprägte Lücken in der Erinnerung“, erklärt Renneis. „Damit sie diese ‚verlorene Zeit‘ nachvollziehen können, haben wir ein Tagebuch entworfen, in dem Angehörige und Pflegekräfte für sie Einträge verfassen können.“ Daneben enthält das Heft auch allgemeinverständliche Erklärungen zu den Abläufen einer Intensivstation.

Umzug auf Franklin im Frühjahr

Mehr als 50 Pflegekräfte aus ganz Deutschland hatten sich um den Intensivpflegepreis beworben. Darunter waren vier Mitarbeiter des Uniklinikums – und alle Mannheimer schafften es unter die besten Zehn. Manuela Micke belegte mit ihrer Arbeit Platz drei. In ihrer Facharbeit stellte sie heraus, wie wichtig es für den Behandlungserfolg ist, die Ernährung und den Ernährungsstatus von Intensivpatienten mit in den Fokus zu nehmen.

Die Facharbeiten der Klinikum-Pflegekräfte sollen nicht nur Theorie bleiben: „Wir werden die Erkenntnisse dieser exzellenten Arbeiten schrittweise im Haus umsetzen“, erklärte Hans-Jürgen Hennes, der Ärztliche Direktor und medizinische Geschäftsführer des Universitätsklinikums. „Sie zeigen uns konkrete Ansätze, wie wir unsere Patienten noch besser versorgen können.“

Die ausgezeichneten Publikationen sind dabei nur einige Beispiele, wie die Fachweiterbildung den Patienten zugutekommt. „Vertieftes Fachwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert insgesamt die Qualität der Pflege am Krankenbett. Deshalb investieren wir auch in diesem Bereich und bauen Fort- und Weiterbildung für unsere Pflegekräfte aus“, sagt Yvonne Dintelmann, Pflegedirektorin des Klinikums. Aktuell erweitert die hausinterne Akademie ihr Angebot um zusätzliche Kurse. Diese Lehrgänge können Beschäftigte kostenfrei besuchen. Außerdem laufen derzeit Bauarbeiten für Räume zur Aus-, Fort- und Weiterbildung auf Franklin: Der Umzug der Akademie ist für das Frühjahr 2020 geplant. red/jor

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