Mannheim

Luisenpark Beliebte Tiere müssen im August in den Frankfurter Zoo / Bau eines neuen Geheges beginnt

Pinguine aus dem Luisenpark ziehen um

Jeder darf Abschied nehmen: Die Pinguine, für viele Besucher die Lieblingstiere im Luisenpark, ziehen vorübergehend nach Frankfurt. Ehe sie aber Umbauarbeiten für ein neues Gehege weichen und am 19. August die Reise nach Hessen antreten, ist der bislang wegen der Corona-Pandemie abgesperrte Volierenbereich geöffnet worden, damit die Mannheimer die kleinen Frackträger noch mal anschauen können.

Wie sehr sie den Mannheimern am Herzen liegen, zeigte ein Vorfall im Februar 2017, als ein Pinguin verschwand und wenig später tot aufgefunden wurde. Medien aus der ganzen Welt berichteten, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Nach ihren Erkenntnissen hat ein anderes Tier, vermutlich ein Fuchs, den Pinguin gerissen. Doch seither installierte der Park ein Videoüberwachungssystem rund um das Quartier der Pinguine und schaltet jeweils nachts einen Elektrozaun ein.

Neue Parkmitte

Dass alle Pinguine nun vorübergehend den Luisenpark verlassen, hängt mit dem Bau der „Neuen Parkmitte“ zusammen, der im Oktober starten und bis zur Bundesgartenschau 2023 beendet sein soll. Dafür wird der Bereich zwischen Gondoletta-Anleger und Pflanzenschauhaus, wo sich derzeit unter anderem ein Betriebshof, dazu die Großvoliere, mehrere Kleinvolieren und das Pinguingehege befinden, sukzessive freigeräumt. In einem ersten Schritt steht nun der Umzug der Pinguine an. Ziel ist der Zoo in Frankfurt. Er hat im Mai 2019 eine neue Anlage für Humboldtpinguine eröffnet, die noch Aufnahmekapazität hat.

Spezielle Boxen gefertigt

„Ein glücklicher Zufall für uns, denn wir hatten ein paar Wunschkriterien für das Übergangszuhause unserer Lieblinge: Klimatisch vergleichbar, Zusammenbleiben der kompletten Gruppe, räumliche Nähe und natürlich insgesamt eine gute Unterbringung“, sagt Christine Krämer, Leiterin der Zoologie bei der Stadtpark-Gesellschaft. Das alles habe in Frankfurt „gut gepasst“. Neben der Zustimmung der Zooleitung musste aber auch der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) zustimmen, in dem der Luisenpark Mitglied ist.

Honorar muss Mannheim den Frankfurtern für das vorübergehende Quartier nach Auskunft des Stadtparks nicht zahlen. Sollten aber Pinguine beider Städte zu einem Pärchen werden, will man sie nicht wieder trennen, heißt es – und eventuellen Nachwuchs aufteilen.

Mitte Juli fanden noch einmal letzte veterinärärztliche Untersuchungen statt. Nun gab es grünes Licht für die Reise in die Mainmetropole. „Den Transport werden wir frühmorgens organisieren, wenn es noch nicht so heiß ist. Dazu haben wir spezielle Transportboxen mit unseren hausinternen Schreinern angefertigt“, berichtet Christine Krämer. In Frankfurt angekommen, müssten die Mannheimer Tiere aber erst einmal in Quarantäne, bevor sie ihre Frankfurter Artgenossen kennenlernen dürften.

Wem die Tiere besonders am Herzen liegen, kann sich in einer Spendenaktion unter dem Motto „Expeditions-Begleiter“ engagieren. Hier können Freunde der Pinguine deren Reisekasse aufbessern und gleichzeitig die Entstehung des neuen Geheges fördern.

Mehr Wasserfläche

Es entsteht dort, wo heute die Weinstube ist. Allein die Wasserfläche ist nach derzeitiger Planung dreifach so groß wie bisher. Die neue Anlage wird ein Wasserbecken mit unterschiedlichen Tiefenniveaus und Einsichten für Besucher auf Wasserebene haben. An der tiefsten Stelle ist eine Panoramascheibe eingeplant. „Dort wird das Becken voraussichtlich drei Meter Tiefe messen“, erklärt Philipp Goldschmidt, Projektleiter für die „Neue Parkmitte“. Strömungspumpen würden den Tieren Abwechslung bieten und die Aufenthaltsdauer im Wasser erhöhen. Eine moderne Wassertechnik minimiere künftig den Verbrauch von Frischwasser. Der Landteil werde ebenso deutlich vergrößert.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

Zum Thema