Mannheim

Geburtstag Der Sozialdemokrat Lothar Mark wird 75 Jahre alt

Politik treibt ihn um

Archivartikel

Eigentlich wollte Lothar Mark am heutigen Montag seinen 75. Geburtstag auch mit sozialdemokratischen und anderen Wegbegleitern, die ihn vielfältig unterstützt haben, im Ladenburger Carl-Benz-Museum feiern. Angesichts von Corona hat er das geplante Fest bis auf Weiteres verschoben.

Vor 50 Jahren begann die politische Laufbahn des Wahl-Mannheimers aus dem Odenwälder Wald-Michelbach: Als Lothar Mark 1970 in die SPD eintrat, war er bereits Studiendirektor am Elisabeth-Gymnasium. Zwei Jahre später übernahm er den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Wallstadt: Ein Amt, das er bis 1986 ausfüllte. Obendrein hat er sich in vielen Vereinen seines Stadtteiles engagiert – wovon mehrere Ernennungen zum Ehrenmitglied künden.

1975 zog der Sozialdemokrat in den Gemeinderat ein. 1989 avancierte er zum Bürgermeister mit den Bereichen Kultur, Schule, Sport und Bäderwesen. Neun Jahre später folgte der Sprung nach Berlin in die Bundespolitik: Sowohl 1998 als auch 2002 und 2005 holte er seinen Wahlkreis Mannheim I mit überzeugenden Stimmergebnissen. 2009 trat er nicht mehr an. Dass sein Nachfolger Stefan Rebmann das Direktmandat verlor, und die Mannheimer SPD erstmals in der Nachkriegsgeschichte nicht im Bundestag vertreten war, schmerzte ihn.

Berichterstatter für Lateinamerika

Während der Ära als Abgeordneter dürfte seine einstige Lehramt-Fächerkombination, nämlich Geschichte, Geografie und Politologie, hilfreich gewesen sein, sich im Auswärtigen Bundestagsausschuss als Berichterstatter für Lateinamerika zu profilieren. Er habe in diesen Ländern zu allen Präsidenten wie auch den zuständigen Botschaftern Kontakt gehabt, blickt Lothar Mark zurück. Für seine Wertschätzung, die er genoss, sprechen verschiedene Auszeichnungen – wie 2004 der in Mexiko verliehene „Orden des Aztekischen Adlers“. Die lange Karriere von Lothar Mark verlief auch deshalb bewegt, weil er als Politiker mit Ecken und Kanten nicht davor zurückschreckte, für Überzeugungen auf Konfrontationskurs zu gehen.

2010 blätterte er privat ein neues Kapitel auf: Der Sozialdemokrat heiratete die langjährige Mannheimer CDU-Stadträtin (1999 bis 2009) und promovierte Historikerin Gabriele Egler-Huck. Die Marks wagten das Abenteuer, vorübergehend in der peruanischen Hauptstadt Lima zu leben, wo die Ehefrau an der dortigen Humboldt-Schule unterrichtete. „Eine hochspannende Zeit“, kommentiert Lothar Mark und erzählt, dass er ehrenamtlich Geschichtsunterricht erteilt habe. 2014 kehrte das Paar mit dem gemeinsamen Sohn, inzwischen neun Jahre alt, nach Mannheim zurück.

Zahlreiche Auszeichnungen

Während Gabriele Mark am Moll-Gymnasium als Studiendirektorin tätig ist, hat ihr Mann nach und nach seine Ämter abgegeben. Das politische Geschehen, insbesondere in Lateinamerika, aber auch in der EU, treibt ihn freilich weiter um. „Ich lese dazu sehr viel und halte Vorträge.“ Und natürlich spielen bei dem einstigen Kultur-Bürgermeister Theater, Musik und Kunst „eine große Rolle. Auszeichnungen hat Lothar Mark viele bekommen. Der 2010 verliehene Ehrenring der Stadt Mannheim würdigt sein vielfältiges Engagement auch jenseits der Kommunalpolitik. So übernahm er in schwieriger Zeit die Präsidentschaft des Eishockeyvereins Mannheimer ERC (1984 bis 1989). 2019 erhielt er als Politiker wie Multifunktionär im Ehrenamt das Bundesverdienstkreuz.

Lothar Mark ist Vater von drei Kindern. Aus erster Ehe hat er Sohn und Tochter, inzwischen erwachsen – „außerdem sind vier Enkel da“. Der halbrunde Geburtstag wird in kleinem Kreis gefeiert. „Aber das geplante Fest hole ich nach.“

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