Mannheim

Pfingstbergweiher Mehr als vier Monate nach dem Fund eines toten Babys herrscht weiter Unklarheit, wer die Mutter des Mädchens ist

Polizei muss noch Proben auswerten

Archivartikel

Mannheim.Im Fall des toten Babys im Pfingstbergweiher nahe des Rheinauer Freibades hat die Polizei immer noch keine Hinweise auf die Mutter des Mädchens. Die DNA-Proben von rund 900 Frauen, die in den angrenzenden Stadtteilen wohnen, seien noch nicht alle ausgewertet, sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle auf Anfrage. Es liege deshalb „kein abschließendes Ergebnis“ vor. Wann das da sein werde, konnte Schätzle nicht sagen. Auch zur Frage, wie die Polizei jetzt in dem Fall weiter vorgeht und ob es weitere DNA-Tests in anderen Stadtteilen geben wird, wollte das Präsidium „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben machen.

Ein Spaziergänger hatte den toten Säugling vor mehr als vier Monaten – am 12. Januar – im nordöstlichen Bereich des Pfingstbergweihers im Wasser entdeckt. Noch am gleichen Tag teilte die Polizei mit, dass es sich um ein hellhäutiges Mädchen handelt, dessen Aussehen die Sonderkommission (Soko) als „westeuropäisch“ beschrieb.

Die Obduktion ergab, dass das Kind lebendig zur Welt gekommen war und seine Leiche vor dem Fund bereits „mehrere Tage“ im Wasser lag. Erkenntnisse zur Todesursache brachte die rechtsmedizinische Untersuchung nicht – die fehlen den Ermittlern auch heute noch.

Taucher durchsuchten in den Tagen nach dem Fund den See, Mitglieder der Soko befragten Anwohner, verteilten Flugblätter in mehreren Sprachen und veröffentlichten später im Internet ein Video zu dem Fall – all das brachte aber keine neuen Hinweise. Ende Februar schließlich schrieb die Polizei alle Frauen zwischen 14 und 35 Jahren an, die in den Stadtteilen Pfingstberg, Casterfeld, Mallau und Hochstätt wohnen.

Keine „heiße Spur“

Die 900 Personen wurden aufgefordert, freiwillig eine DNA-Probe abzugeben. Die Polizei erhoffte sich von der Maßnahme unter anderem, den Druck auf möglich Mitwisser des Falles zu erhöhen – damit diese ihr Schweigen brechen. Wegen des erheblichen Aufwandes wird ein solcher DNA-Test in der Regel nur dann gemacht, wenn die Ermittler anderweitig nicht mehr weiterkommen. Meist nutzt die Polizei das Mittel nach Sexualstraftaten.

Rund 400 Frauen sind der Aufforderung der Polizei nachgekommen und an einem Wochenende Mitte März zum Speicheltest erschienen. Die übrigen 500 überprüften die Mannheimer Ermittler inzwischen auch. Dies geschah ebenfalls mit DNA-Proben – sofern sich nicht herausgestellt hatte, dass eine Frau gar nicht infrage kommt, weil sie zum Beispiel zur betreffenden Zeit länger verreist war. Trotz der aufwendigen Öffentlichkeitsarbeit der Polizei sind nach Angaben von Schätzle aus der Bevölkerung bislang „nur wenige Hinweise“ zum Fall eingegangen. „Aus diesen Hinweisen ließ sich keine ,heiße Spur’ definieren, die zur Aufklärung der Tat führen könnte.“