Mannheim

Sicherheit Absage angeblich wegen neuem Planken-Pflaster

Polizei ohne Reiter

Archivartikel

Sie waren immer die erste Zugnummer, seit Jahrzehnten: die Polizeireiter. Sie machten deutlich, welche Breite der Umzug hat und wie weit das Publikum zurücktreten soll. Doch Zugnummer 1 fällt aus: Die Reiterstaffel der Polizei hat abgesagt. Das bestätigt Dieter Schäfer, der Einsatzleiter, auf Anfrage. Seit 15 Jahren ist er als Leiter der Verkehrpolizei verantwortlich für den Fasnachtszug, meist hat er den Einsatz der rund 300 Beamten selbst geleitet. Im nächsten Jahr geht er in Pension. „Ich wäre stolz gewesen, wenn ich die Reiter noch mal gehabt hätte“, so Schäfer. Doch die hätten ihm abgesagt, „weil sie auf dem neuen Pflaster der Planken nicht trittsicher sind und ausrutschen könnten“, zitiert Schäfer die Begründung. Peter Hofmann, Präsident des Reitervereins und vom „MM“ als Experte dazu befragt, nennt das „Unsinn“.

Die Reiterstaffel der Polizei, obwohl noch in Straßenheim ansässig, untersteht seit der Polizeireform 2014 nicht mehr dem Mannheimer Präsidium. Sie wird von Göppingen aus geführt. Dem dortigen „Präsidium Einsatz“ unterstehen die Bereitschaftspolizisten und alle Spezialeinheiten. Seither sind die Reiter verstärkt im ganzen Land bis nach Karlsruhe, Heidelberg und Freiburg unterwegs, während sie früher oft auf Streife am Vogelstangsee, im Käfertaler Wald, Waldpark oder auch in den Planken zu sehen waren. Die genannte Begründung würde bedeuten, dass die Reiter auch in Mannheim bei Demonstrationen auf den Planken nicht mehr präsent wären – was sich erfahrene Polizisten nicht vorstellen können. pwr

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