Mannheim

Polizei zieht erste Bilanz der Silvesternacht

Archivartikel

Mannheim.Mit beinahe hundert Einsätzen bei Auseinandersetzungen zwischen Personen ist die Silvesternacht die Polizisten laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Mannheim im Rhein-Neckar-Kreis zu Ende gegangen. Besonders gefordert waren die Beamten bei einem Einsatz in der Mannheimer Neckarstadt. Dort griff eine Gruppe aus 50 bis 60 Personen mehrere Polizisten an und verletzte diese. Zu der Eskalation war es gekommen, weil ein Autofahrer mit einer Schreckschusswaffe einen 30-Jährigen bedroht hatte. Dieser riss die Waffe an sich und feuerte auf das Auto.

Der unbekannte Autofahrer flüchtete. Als die alarmierten Polizisten eintrafen, eskalierte die Situation. Woraufhin sich eine Gruppe von 50 bis 60 Personen gegen die Beamten zusammen schloss. Diese wurden mit Schlägen traktiert. Mehrere Polizisten erlitten dabei Verletzungen. Gegen die Täter wird nun wegen Verstoß gegen das Waffengesetz, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriff gegen Polizeibeamte, sowie Widerstand ermittelt.

Während der Silvesterfeierlichkeiten kam es im Zustädnigkeitbereich des Polizeipräsidiums Mannheim insgesamt zu 94 Einsätzen wegen Auseinandersetzungen zwischen Personen. Dabei zählte die Polizei 30 Körperverletzungsdelikte, vier Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte, 50 Einsätze wegen Streitigkeiten und zehn Einsätze wegen randalierenden Personen.

Insgesamt kam es zu 24 Einsätze in Zusammenhang mit Bränden. Darunter zählen auch drei Brände von Balkonen in Mannheim, die durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurden. Wie die Polizei mitteilte, geriet schon etwa 20 Minuten bevor das neue Jahr anbrach Mobiliar auf einem Balkon in der Marburger Straße auf dem Waldhof durch eine fehlgeleitete Rakete in Brand. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen.  Gegen 1 Uhr am frühen Neujahrsmorgen kam es zu zwei weiteren Balkonbränden in den Stadtteilen Lindenhof und Neckarstadt-West. In beiden Fällen waren auch hier Feuerwerkskörper vermutlich die Ursache. Verletzt wurde dabei niemand. Der Sachschaden der drei Brände beläuft sich auf insgesamt mehr als 10.000 Euro.

Außerdem brannten insgesamt drei Fahrzeuge in der Mannheimer Innenstadt, in Mannheim-Rheinau und in Mannheim-Neckarstadt, auch hier war brennendes Silvesterfeuerwerk die Ursache. Bei zwei weiteren Fahrzeugen, die in Schwetzingen und Mannheim-Innenstadt brannten, verursachten technische Defekte das Feuer. Es entstand jeweils ein Schaden von mehreren tausend Euro. 

Zeitweise waren alle 100 Einsatzkräfte aus Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren in Mannheim unterwegs. Die Disponenten in der personell aufgestockten Leitstelle waren durch sehr viele, teils unklare Notrufe stark gefordert. Als Vorteil für die Feuerwehr erwies sich die feuchte Witterung. „Regen ist für uns an Silvester ein Segen“, so Klaus Sieber vom Führungsdienst der Berufsfeuerwehr, „denn dann entfallen alle Hecken- und Flächenbrände, die uns sonst extrem beschäftigen“, erklärte er. Die Silvesternacht ist traditionell die Nacht mit den meisten Feuerwehreinsätze in kurzer Zeit. Erster Bürgermeister Christian Specht kam daher zum Jahreswechsel in die Leitstelle, um sich zu informieren und den Einsatzkräften zu danken.

Die Freiwilligen Feuerwehren des Rhein-Neckar-Kreises wurden in der Silvesternacht 22 Mal alarmiert. Betroffen waren 16 Gemeinden. "Aber alles nur Kleinigkeiten, es war ein relativ ruhiger Jahreswechsel - wohl auch dem Wetter geschuldet", erklärte er. Weitaus mehr beschäftigt waren die Besatzungen der Rettungswagen, welche die Integrierte Leitstelle Rhein-Neckar in Ladenburg disponiert. Sie mussten zwischen 0 und 6 Uhr 195 Mal starten, davon 85 Mal in Mannheim. Besonders gravierend seien ein Verkehrsunfall mit einem Toten in Sinsheim und eine Person in St. Leon-Rot, die durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörper schwer verletzt wurde, gewesen.

Im Zeitraum von 23.30 bis  00.45 Uhr wurden darüber hinaus im Bereich Wasserturm /Planken massive Feuerwerkskörper abgebrannt, die häufig unkontrolliert in die feiernde Menschmenge geworfen bzw. geschossen wurden. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein 18-Jähriger fünf Minuten nach Mitternacht auf dem Vorplatz des Wasserturms mit einem sogenannten „römischen Feuer“ in eine etwa drei Meter entfernte Menschenansammlung geschossen. Als er die Beamten im Streifenwagen bemerkte, feuerte er mehrere Ladungen auf das Fahrzeug ab. Der Täter konnte festgenommen  werden. Der durch das Feuerwerk verletzte Mann erlitt nur leichte Verletzungen.  Insgesamt wurden durch Böllerwürfe im Bereich des Wasserturms und der Planken drei Personen verletzt. Polizeibeamte und Rettungskräfte blieben unverletzt. Auf Grund des hohen Besucheraufkommens von etwa 3500 Personen am Plankenkopf/Wasserturm, wurde zwischen 23:50 Uhr und 00.37 Uhr der Straßenbahnverkehr eingestellt.

Auch in Ludwigshafen hatten die Einsatzkräfte in der Nacht zu tun. Man könne laut einer Mitteilung der Polizei Ludwigshafen, aber von einer normalen Silvesternacht sprechen. Insgesamt wurden bislang neun Strafanzeigen gestellt unter anderem wegen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Beleidigungen (Stand 8 Uhr). Auch in Ludwigshafen hielt die Nacht für die Feuerwehrleute Arbeit bereit. Die Feuerwehr wurde zu 15 Einsätzen gerufen. Der Großteil der Einsätze waren Müllbrände in kleineren und größeren Mülltonnen. Ebenfalls kam es zu zwei Flächenbränden. Ein Auto fing in Friesenheim kurz nach Mitternacht Feuer. Bürger hielten das Feuer jedoch bis zum Eintreffen der Rettungskräfte in Schach. Zu guter Letzt rettet die Feuerwehr noch einen Hund in der südlichen Innenstadt. Das Tier wurde in ein Tierheim gebracht.

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