Mannheim

Prozess wegen Angriff in Innenstadt

Polizeieinsatz im Amtsgericht Mannheim

Mannheim.Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Donnerstagmorgen im Amtsgericht Mannheim einen sich anbahnenden Konflikt unter Prozessbeteiligten beigelegt. Die Beamten waren gerufen worden, als es in einer Verhandlung zu einer verbalen Drohung kam. „Die anwesenden Wachtmeister alarmierten vorsorglich die Polizei“, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts auf Anfrage. Die Situation sei nicht eskaliert, die Justizbeamten wollten vielmehr „auf Nummer sicher gehen“.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, darunter mehrere Streifenwagen, ein Einsatzzug und die Diensthundestaffel. Die Beamten beruhigten die Situation auch vor dem Gebäude. „Wir konnten die Lager trennen“, sagte ein Polizeisprecher dem „MM“. Das zuvor unterbrochene Verfahren ging unter Beobachtung von Polizisten bis zum Nachmittag weiter. Die Prozessbeteiligten sind Angehörige der Roma.

Der Sprecher der Polizei sagte weiter, dass rund 40 bis 45 Besucher im Gericht gewesen seien. Es habe sich bei den Tumulten um Streitigkeiten, nicht um strafrechtlich relevante Dinge gehandelt.

In dem Verfahren sind drei Männer zwischen 35 und 40 Jahren angeklagt. Sie sollen am Silvestermittag 2016 in der Mannheimer Innenstadt zwei Männer und zwei Frauen angegriffen haben, zunächst mit einer Ohrfeige. Später sollen sie auch Teleskopstöcke und Pfefferspray benutzt haben.

Ein Angeklagter soll auf ein am Boden liegendes Opfer zudem mit seinem Fuß auf Kopf und Rücken eingetreten haben. Es sei der Spruch „Schlagt ihn zusammen, schlagt ihn auf den Kopf“, zu hören gewesen sein, sagte der Gerichtssprecher.

Die Anklage gegen die drei Männer lautet auf gefährliche Körperverletzung. Der Strafrahmen bewege sich hierfür nach Angaben des Sprechers auf sechs Monate bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Entgegen der ursprünglichen Planung fiel in dem Verfahren gestern noch kein Urteil. Das Amtsgericht hat stattdessen vier weitere Termine angesetzt. Drei kürzere finden noch im August statt, ehe es am 12. Oktober noch einmal zu einer Zeugenvernehmung kommt. An diesem Tag könnte dann laut Sprecher auch das Urteil fallen.