Mannheim

Kunst Schüler des Johanna-Geissmar-Gymnasiums gestalten Fassade

Pop-Art an der Parkhauswand

Archivartikel

Pop-Art von Sechstklässlern kann man ab sofort im Parkhaus C 1 in der Innenstadt bewundern. Das Gemälde setzt sich aus den verschiedenen Ideen der Schüler zusammen. Es zeigt Autos mit Lolli- und Pizzareifen, einen Popcornwagen und viele kleinere Motive wie Sterne und einen Regenbogen. Die Motive sind in knalligen, bunten Farben gemalt worden und zeigen, was die Klasse mit Parkhäusern verbindet – und was sie gerne sehen würden, wenn sie ein Parkhaus betreten.

Die zehn Schüler haben ein halbes Jahr an dem zwei mal vier Meter großen Gemälde gearbeitet– von ersten Skizzen über die Gestaltung am Tablet bis hin zum Malen im Parkhaus. Begleitet wurde die Klasse dabei von der Ludwigshafener Künstlerin Sue Mandewirth. Sie hat sich auf Pop-Art spezialisiert und arbeitet fast ausschließlich für die MUS-E Stiftung.

Auch das Gemälde ist Teil eines zweijährigen Projektes dieser Stiftung. Diese setzt sich für die Integration von verschiedenen Kunstarten in den Schulalltag ein. Dazu gehören Theater, Tanz, Musik und Malen, so dass jeder Schüler auf seine Kosten kommt. Am beliebtesten waren in der sechsten Klasse Theater und Malen. Auch Fabienne und Wiktoria haben die zwei Fächer am meisten Spaß gemacht. Die beiden Schülerinnen sagten: „Wir sind traurig, dass für uns die zwei Jahre MUS-E- Unterricht jetzt vorbei sind.“ Schüler an ausgewählten Schulen in ganz Deutschland haben die Möglichkeit, in der fünften Klasse MUS-E zu wählen. Sie haben dann zwei Jahre verpflichtenden Unterricht, wobei der Unterricht hauptsächlich Spaß machen soll und nicht benotet wird.

Das Johanna-Geissmar-Gymnasium ist deutschlandweit das erste Gymnasium, das in das Programm auf genommen wurde. Dieses soll die Kreativität, das Selbstwertgefühl und dadurch auch die Toleranz der Kinder fördern.

Verschönerung von Zweckbauten

Finanziert und ermöglicht wurde dies unter anderem durch die Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB). „Zum einen bieten wir Künstlern, hier eben jungen Schülern eines Gymnasiums, eine Darstellungsfläche mit entsprechendem Publikumsverkehr“, so der Geschäftsführer der MPB Karl-Ludwig Ballreich. Ein weiterer Grund zur Unterstützung des MUS-E Projekts ist laut Ballreich die Gestaltung und Verschönerung der „an und für sich nüchternen Zweckbauten“.

Auch die Schüler des Johanna-Geissmar-Gymnasiums zeigten sich bei der Präsentation des Werkes jetzt sehr stolz auf ihre Kunst. Zum einen habe es ihnen allen Spaß gemacht, auch mal Unterricht außerhalb der Schule zu haben. Und zum anderen finden sie es toll, dass ihr Gemälde nun für längere Zeit und für jedermann zu sehen sein wird, erzählen sie. Und auch die Klassenlehrerin Anette Zelt war begeistert vom Endergebnis.

Nicht nur aus der Sicht der Mannheimer Parkhausbetriebe und der Schule war das Projekt ein Erfolg. Auch die Verantwortlichen der MUS-E Stiftung freuten sich über die Zusammenarbeit. Kerstin Weinberger, die für die regionale Koordination in Mannheim zuständig ist, sagte bei der Präsentation des Gemäldes: „Dies wird nicht die letzte MUS-E Klasse am Johanna-Geissmar-Gymnasium sein, die Kooperation bleibt bestehen.“