Mannheim

Gebäudesicherheit Stetige Bemühungen der Polizei sorgen für weniger Einbrüche / Unterwegs im Revier Käfertal mit Kommissar Alfred Kopke

„Präsenz zeigen ist extrem wichtig“

Aufmerksam läuft Alfred Kopke durch eine Siedlung im Stadtteil Vogelstang. Vorbei an dutzenden kleinen Häusern mit größeren und kleineren Gärten. Dort versucht der Polizeikommissar mit den Anwohnern ins Gespräch kommen, um ihnen Tipps zu geben, wie sie sich vor Einbrechern schützen können. Dazu hat er etliche Broschüren und Sticker dabei – darunter zum Beispiel einen Gutschein für eine technische Beratung im eigenen Zuhause. Die Unterlagen wirft er in Briefkästen ein oder überreicht sie persönlich. Seit der Polizeireform gibt es diese Initiative – und sie ist sehr erfolgreich: Die Zahl der Einbrüche hat sich in Mannheim in den vergangenen fünf Jahren fast halbiert (siehe Grafik). Im Stadtteil Vogelstang sieht es sogar deutlich besser aus. Und der Anteil der erfolglosen Versuche stieg. „Das zeigt, dass die Arbeit der Sachbearbeiter Vorbeugung Früchte trägt“, freut sich Polizeisprecher Markus Winter. Kollege Kopke ist für Käfertal, Vogelstang, Wallstadt und Feudenheim im Einsatz.

„Wir wollen aber nicht nur eine direkte Hilfestellung geben, sondern auch zeigen, dass die Polizei was macht. Präsenz zeigen, ist extrem wichtig“, sagt Kopke. „Zu 80 Prozent besuche ich Schulen und halte Vorträge zu den Themen Gewalt, Drogen und natürlich auch Medien.“ In der dunklen Jahreszeit käme jedoch mit der Einbruchsprävention ein weiterer Schwerpunkt hinzu. Je nachdem wie es seine Zeit zulässt, fährt oder läuft er dann zwei bis drei Stunden durch die Gegend – und beobachtet, ob die Briefkästen geleert sind, Fenster oder Türen offen stehen. Wie heute. „Wenn mir etwas auffällt, klingle ich und spreche die Leute darauf an“, sagt er. Für den Fall, dass niemand zu Hause ist, hat er Flyer dabei, auf denen er ankreuzt, was ihm aufgefallen ist.

Wachsame Nachbarn helfen

Oft werde er auch wegen seiner Uniform direkt angesprochen, sagt Kopke. So auch an diesem Nachmittag: Es ist eine ältere Dame, die ihn leicht verschüchtert, aber freundlich begrüßt. Sofort ergreift Kopke die Gelegenheit, er kommt mit ihr ins Gespräch und erzählt ihr von den Angeboten der Polizei. Aufmerksam hört die Frau zu und verspricht am Ende, stets wachsam zu sein. „Das ist das Wichtigste“, bestätigt Kopke noch einmal. Besonders gerne verteilt er deshalb die Aufkleber in gelber Warnschild-Optik, auf denen „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ steht. An der Eingangstür oder am Briefkasten angebracht, sollen diese die Einbrecher abschrecken. Ob es was hilft? „Keine Ahnung“, sagt Kopke. „Aber die Idee ist super.“

Wachsame Nachbarn, die wünscht sich der Polizist in der ganzen Stadt. Solche, die während des Urlaubs die Briefkästen der Nachbarn leeren und die Verdächtiges sofort der Polizei mitteilen. Ein paar Minuten später bemerkt Kopke, dass er beobachtet wird – von einer Frau, die durch den Vorhang hindurch aus ihrem Küchenfenster linst. Obwohl er Uniform trägt, hält ihn die Frau für einen Aufschneider, einen Betrüger. Sie ermahnt ihn, wegzugehen, und sie droht, die Polizei zu rufen. Dass Kopke sich selbst als Polizist zu erkennen gibt, ändert daran nichts. Die Frau verschwindet hinter dem Vorhang – mit einem Telefon am Ohr. „Wahrscheinlich hält sie mich für einen falschen Polizisten“, seufzt Kopke. „Aber es ist super, dass die Leute so aufmerksam sind“, wendet er den leichten Anflug von Enttäuschung sofort ab. Schließlich sei das genau sein Ziel: Die Menschen zu sensibilisieren, skeptisch sein zu lassen und vor allem auch auf die Mitmenschen Acht zu geben.

Diese Mission ist für ihn Beruf und Berufung zugleich.