Mannheim

Wirtschaft Stadt zeichnet mit Partnern junge Firmen aus / Linguistische Kommunikationsberatung und Biotechnologie-Unternehmen

Preise für mutige Gründer

Archivartikel

Nachhaltige Geschäftsideen, junge Unternehmen, die in die Zukunft investieren: Darum ging es beim Wirtschaftsforum der Stadt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im CinemaxX stand dabei die Verleihung von Preisen an Mannheimer Existenzgründer.

Höhepunkt war dabei der in den Bereichen „Dienstleistungen“ und „Technologie“ vergebene Existenzgründerpreis Mexi. Er ist mit jeweils 10 000 Euro dotiert, die Gewinner erhalten außerdem Unterstützung von den Stifterfirmen Roche und Sparkasse Rhein Neckar Nord. Als Medienpartner ist zudem HaasMedia mit dem Wirtschaftsmagazin „Econo“ dabei – die wie der „Mannheimer Morgen“ zur Haas-Mediengruppe gehört.

In der Kategorie Dienstleistungen ging der Existenzgründerpreis an das Unternehmen LU-Kommunikation – eine 2015 gegründete Unternehmensberatung, die sich mit Sprache beschäftigt. Simone Burel und ihr Team werten mit linguistischer Analyse und „Big Data“-Technologie Texte aus, sie entwickeln daraus dann Strategien zur Kommunikation für Unternehmen. Ziel ist es, das gegenseitige Verstehen von Menschen in Unternehmenskulturen nachhaltig zu verbessern. Promoviert hatte Burel über „Identitätspositionierungen der DAX-30-Unternehmen – Die Sprachliche Konstruktion von Selbstbildern“. Das Preisgeld werde, so erklärte sie, in die Gründung einer GmbH investiert.

Der zweite Preisträger (Kategorie Technologie) ist das Start-up Aucteq Biosystems. Valentin Kramer entwickelte einen mitwachsenden Bioreaktor, der sozusagen aufgeblasen werden kann. Hintergrund: Derzeit werden zur Züchtung bestimmter Zellkulturen nacheinander bis zu acht verschieden große Gefäße genutzt. Mit der Erfindung von Kramer soll die Herstellung vereinfacht, verbilligt und der Materialaufwand reduziert werden. 2017 hat er seinen wachsenden Bioreaktor zum Patent angemeldet und jetzt das Unternehmen Auctec gegründet. In einem Jahr soll die Serienfertigung beginnen. Kramer bedankte sich bei der Hochschule Mannheim, denn „dort hatten wir unseren Anfang“.

Dank an die Hochschule

Die beiden Mexi-Existenzgründerpreise wurden von Michael Hollfelder (Geschäftsführer HaasMedia), Ursula Redeker (Sprecherin Roche Geschäftsleitung), Helmuth Augustin (Vorstand Sparkasse) und Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch (CDU) übergeben. Grötsch betonte, dass er vom Mut, der Ausdauer und Willensstärke der Mannheimer Gründer beeindruckt sei: „Der Preis soll Anerkennung sein und andere ermutigen, denn Gründungen leisten einen Beitrag zum Strukturwandel.“

Bei den drei mit je 1000 Euro dotierten Preisen der „Stiftung der Mannheimer Wirtschaft“ ging einer an die 2009 gegründeten Mannheimer Philharmoniker. Ein Verein als Wirtschaftsfaktor? Die Begründung lautete, dass das Orchester Talenten neue Chancen eröffnet, die Stadt für junge Musiker attraktiv mache und ein Aushängeschild sei, das weit über Mannheim hinaus wirkt.

Gewürdigt wurde auch Biotopia, seit 33 Jahren unterstützt der Arbeitsförderungsbetrieb Menschen, die beruflich schwierige Startvoraussetzungen haben. Weiter erhielt das Interkulturelle Bildungszentrum einen Preis, dieses fördert seit 1996 im Ausbildungsverbund junge Leute sowie erwachsene Berufstätige mit Migrationshintergrund.

Zudem wurde die neue Ausgabe des jährlich erscheinenden städtischen Wirtschaftsmagazins „Mannheim – Stadt im Quadrat“ vorgestellt. Schwerpunktthema: „Wirtschaftsfaktor Nachhaltigkeit“.