Mannheim

Pro & Kontra: Sollte die Stadt auf beliebten Gassi-Routen für Müllbehälter sorgen?

Im Stadtgebiet stehen mehr als 200 Spender mit Tütchen, um Hundekot zu entsorgen. Doch beklagen Halter, dass es außerhalb geschlossener Wohngebiete oft an Wegwerfgelegenheiten fehlt. Sollte die Stadt auf beliebten Gassi-Routen für Müllbehälter sorgen?

Pro

Es gibt eine Illustrierte, die nennt sich „Kot und Köter – die Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind“. Um hier niemandem den Blutdruck hochzutreiben, vorneweg: Verantwortungsvolle Frauchen und Herrchen haben nicht nur stets einen Beutel dabei, sie tragen ihn auch kilometerweit. Obwohl das, warm und dampfend, nicht sehr angenehm ist. Aber wir leben nicht in einer idealen Welt. Daher gibt es andere, die ihre Plastiktüte irgendwann aufs Feld oder ins Gebüsch werfen. Dort liegen sie, ohne je zu verrotten. Gut zu sehen überall, wo es in großem Umkreis keinerlei Müllbehälter gibt. Man mag sich mit Recht über solche Zeitgenossen empören. Besser ist es, Abhilfe zu schaffen. Wie in den Niederlanden, die Deutschland beim harmonischen Dreiklang Mensch, Tier und Natur noch weiter voraus sind, als es die DFB-Elf derzeit dem „Oranje“-Team ist. Die Holländer stellen an Grünflächen und Stränden nicht nur „Honden Poepzakjes“, sondern für diese auch Müllbehälter bereit. Da kann man doch, wie im Fußball, voneinander lernen.

Im Stadtgebiet stehen mehr als 200 Spender mit Tütchen, um Hundekot zu entsorgen. Doch beklagen Halter, dass es außerhalb geschlossener Wohngebiete oft an Wegwerfgelegenheiten fehlt. Sollte die Stadt auf beliebten Gassi-Routen für Müllbehälter sorgen?  (Von unserem Redaktionsmitglied Steffen Mack)

Kontra

Fies ist, wenn es dem Kind auf dem Weg zum Kindergarten passiert – der Tritt in den Hundehaufen. Als Vater muss man sich dann mangels Schuhputzset ein Stöckcken suchen, um den gröbsten Dreck aus dem tiefen Profil der Winterschuhe zu kratzen. Im Kindergarten angekommen, geht’s im Waschraum nochmal mit Papiertüchern ran. Ein Ärgernis ohne Ende. Deshalb kann es nur eine Position geben: Hundehalter müssen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere wegmachen – egal, ob Tütchenspender und Abfalleimer in der Nähe sind oder nicht. Punkt! Wie sie das machen, ist ihre Sache. Die Stadt unterstützt sie schon, indem sie an vielen Stellen Spender und Behälter aufgestellt hat. Eine Rundumversorgung ist hier nicht zu leisten, zumal dann die Hundesteuer zur Gegenfinanzierung ins Astronomische steigen müsste. Und selbst dann gäbe es noch Situationen, dass ein Hund sein Häufchen macht, wo gerade kein Müllbehälter in der Nähe ist. Deshalb: Ins mitgebrachte Tütchen packen – und zur Not zu Hause entsorgen. (Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber)

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