Mannheim

Pro und Kontra: Sollte es einen verpflichtenden Wesenstest für alle Kampfhunde geben?

Immer wieder sorgen bundesweit Beißattacken für Aufregung. So zuletzt in Hannover, wo ein Staffordshire-Terrier-Mischling namens Chico zwei Menschen tötete. Sollte es einen verpflichtenden Wesenstest für alle Kampfhunde geben?

Pro 

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Jansch

Kampfhunde sind aufgrund ihrer Zuchtstandards, ihrer Statur und der dramatischen Folgen möglicher Beißattacken als besonders gefährlich einzustufen. Für sie sollte ein Wesenstest verpflichtend sein. Leinen- und Maulkorbzwang gelten nur im öffentlichen Raum. Was aber schützt Kinder oder Gäste von Hundehaltern, wenn deren Vierbeiner Zuhause frei herumlaufen? Und weil Kampfhunde zur tödlichen Waffe werden können, müssen ihre Besitzer auch in ganz besonderem Maße umsichtig und verantwortungsbewusst handeln. Das heißt nicht nur für die Züchter, genau darauf zu achten, wem sie ihre Tiere verkaufen. Auch der Gesetzgeber sollte über erhöhte Abgaben, Vorlage von Führungszeugnissen bis hin zum verpflichtenden Hundeführerschein ausschließen, dass Kampfhunde in die falschen Hände gelangen.

Kontra

Von unserem Redaktionsmitglied Steffen Mack

Gewiss: Ein verpflichtender Wesenstest für alle Kampfhunde klingt sinnvoll. Auch wenn das eigentliche Problem am anderen Ende der Leine geht, gibt es eben – aufgrund ihrer Züchtung, Muskeln und Bissstärke – besonders gefährliche Rassen. Allerdings ist die Abgrenzung schwierig. Rottweiler stehen in Baden-Württemberg unverständlicherweise nicht auf der Liste. Und am häufigsten beißen Schäferhunde zu. Aus Gerechtigkeitsgründen sowie um zu verhindern, dass Halter auf andere Rassen ausweichen, müsste man verpflichtende Tests für alle potenziell gefährlichen Tiere einführen. Das wäre ein (zu) gigantischer Aufwand. Besser ist die bisherige Praxis: strenge Voraussetzungen für die Haltung eines Kampfhundes, sechs Mal so hohe Steuern, und wer seinen Beschützer vom Maulkorbzwang befreien will, muss mit ihm zum Test.

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