Mannheim

Protest am Kohlekraftwerk Mannheim - auch auf Förderband

Archivartikel

Mannheim.

Aktivisten vom Bündnis "Ende Gelände" sind am frühen Samstagmorgen auf das Areal des Kohlekraftwerks in Mannheim gelangt. Einige befinden sich auf einem Kohleförderband. Sie protestieren damit gegen den CO2-Ausstoß der Anlage, wie ein Sprecher des Bündnisses der Deutschen Presse-Agentur sagte. Man wolle den Betrieb von Block 9 im Laufe des Tages stoppen.

Das Steinkohlekraftwerk sei für etwa acht Prozent der CO2-Emissionen in Baden-Württemberg verantwortlich, hieß es in einer Mitteilung von "Ende Gelände". Auf ihrer Twitterseite fordert das Bündnis: "Legt das Großkraftwerk Mannheim endlich still!" Es sei das Steinkohlekraftwerk mit dem höchsten CO2-Ausstoß in Deutschland.

Ein Polizeisprecher sagte: "Die Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor. Außerdem hält sich ein Teil von ihnen auf dem Gelände des Kraftwerks auf." Einige Aktivisten befänden sich mit Bannern und Schildern vor dem Eingang. Eine Gefährdung der Protestierenden sei nicht auszuschließen, sagte der Polizeisprecher. Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst seien vor Ort.

Laut Aktionsbündnis nahmen zunächst 100 Klima-Aktivisten an dem Protest teil. Weitere Unterstützer seien unterwegs in Richtung Kraftwerk, sagte der Bündnis-Sprecher. Mit der Blockade vor dem Tor und den Aktionen auf dem Gelände wolle man den Nachschub an Kohle für Block 9 des Kraftwerks unterbrechen: "Wir gehen davon aus, dass das Kraftwerk noch etwa für zehn Stunden Brennstoff hat, danach müsste es vom Netz gehen", sagte der Sprecher gegen 9.00 Uhr.

Angesichts der Untätigkeit der Bundesregierung sehe man sich zu solchen Schritten gezwungen, teilte das Aktionsbündnis außerdem mit. "Wenn die deutsche Bundesregierung nicht den sofortigen Kohleausstieg einleitet, verspielen wir unsere Chance, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu beschränken."

Umweltschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder den Betrieb des gigantischen Meilers kritisiert und das Kraftwerk als "Klimakiller" bezeichnet - und vergeblich dagegen geklagt. Betreiber sind die drei Energiekonzerne RWE (Essen), EnBW (Karlsruhe) und MVV (Mannheim). 2015 ging der 1,2 Milliarden teure Block 9 ans Netz. Er hat eine Leistung von knapp 2150 Megawatt. Die Kraftwerksbetreiber waren zunächst nicht erreichbar. dpa