Mannheim

Demonstration Friedensmarsch passiert Mannheim

Protest der Kurden verläuft ruhig

Archivartikel

Mannheim.Sie sind aus Protest von Frankfurt nach Mannheim gelaufen und haben noch immer Kraft in den Beinen, um im Anschluss an ihren Marsch zu tanzen. Etwa 100 Jugendliche der revolutionären Jugendbewegung und der Freien Junge Frauen Bewegung beteiligen sich am traditionellen langen Marsch für die Freiheit von Abdullah Öcalan und für den Frieden in Kurdistan. Der Sternmarsch startete am 8. Februar in Frankfurt und hat als Ziel Straßburg. Dort treffen am 15. Februar auch die anderen Protestzüge aus Luxemburg und der Schweiz ein, zusammen findet dann die große Abschlusskundgebung statt.

„Wir sind mit zwei Frauen und sieben Männern aus Bielefeld gekommen“, wie Teresa Sahin berichtet. Zusammen laufen sie den gesamten Marsch mit. Sie ist gegen den Krieg in ihrem Land, der ein Krieg „gegen mein Volk ist“. Sie wünscht sich nur Frieden und dass die Welt dem Konflikt mehr Aufmerksamkeit schenkt: „So geht es nicht weiter, wir brauchen internationale Solidarität.“ Über die Friedrich-Ebert-Straße und die Ebertbrücke erreicht der bunte und mit vielen Fahnen ausgestattete lange Friedensmarsch gegen 17 Uhr den Vorplatz des Nationaltheaters für die Abschlusskundgebung des Tages.

Der Linken-Politiker Roland Schuster begrüßt die Marschierer, er selbst war vor vielen Jahren zweiter Vorsitzender des Kurdischen Vereins in Mannheim. Er lobt die Ideen von PKK-Führer Abdullah Öcalan als emanzipatorisch: „Man muss lange in Europa suchen, bis man jemanden mit solchen Idealen findet.“ Er spricht den Jugendlichen ein Lob aus: „Sie sind gegen Rassismus.“ Schuster kritisiert das Verbot des Zeigens von Öcalan-Bildern als „eine Verschärfung des PKK-Verbotes. Dafür ist die Regierung und der Innenminister verantwortlich, und dagegen demonstrieren wir“. Dass die Regierung in Berlin dem türkischen Präsidenten Erdogan „den Teppich ausrollt, ist nicht hinnehmbar“. Auch er fordert internationale Solidarität, die Demonstranten stimmen lautstark zu.

In Familien untergebracht

Auch Kerim Kurt vom kurdischen Komitee Rhein-Neckar spricht von einer „inakzeptablen Politik“ gegenüber den Kurden: „Stoppt den barbarischen Politiker“, sagt er in Richtung Istanbul. Etwa eine Million Kurden leben in Deutschland und werden aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert: „Die Leute müssen auf die Straße, die müssen dagegen protestieren.“

Abendessen gibt es für die jungen Demonstranten im kurdischen Verein, untergebracht sind sie in kurdischen Familien. „Die geben uns alle gut zu essen und viel Kraft“, sagt ein junger Mann aus Berlin, „dann sind wir morgen wieder fit, wenn wir nach Bad Dürkheim laufen.“

Wie die Polizei am Dienstagabend mitteilt, ist es bei dem Marsch durch Mannheim ruhig geblieben. Die rund 90 bis 100 Teilnehmer hätten sich sicher und störungsfrei bewegt. Es sei nur zu „geringfügigen Verkehrsbeeinträchtigungen von kurzer Dauer“ gekommen. (mit cs)

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