Mannheim

Landgericht Menschenhandel mit Mädchen aus Rumänien

Prozess um schweren Missbrauch

Vor der großen Jugendstrafkammer des Landgerichts beginnt an diesem Montag um 9 Uhr ein Prozess, bei dem es um Menschenhandel und den schweren Missbrauch Minderjähriger geht. Es gibt vier Angeklagte. René H. wird zur Last gelegt, er habe im Juni 2017 ein damals 15 Jahre altes Mädchen für Geld von Rumänien nach Mannheim bringen lassen, um es zu missbrauchen. Nachdem sich das Mädchen am zweiten Tag geweigert habe, weitere sexuelle Handlungen zu dulden und gedroht habe, die Polizei zu rufen, soll der Angeklagte ihr 300 Euro gegeben und sie weggeschickt haben.

Im April/Mai 2019 bezahlte der Angeklagte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft erneut dafür, dass ein – damals 14 Jahre altes – Mädchen von Rumänien nach Mannheim gebracht wurde. Auch dieses soll er zwei Tage lang missbraucht haben, wobei ihn die Mitangeklagten Oliviu D. und Suzana Z. unterstützt haben sollen.

Alle in Untersuchungshaft

Ende Mai 2019 habe René H. jenes Mädchen nach einer entsprechenden Vereinbarung mit Oliviu D. erneut missbrauchen wollen, heißt es. Bei dem vorbereitenden Zusammentreffen seien die Angeklagten dann festgenommen worden. Sie befinden sich seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft. Das gilt auch für einen vierten Angeklagten, Vasile A., der später gefasst wurde.

René H. wird auch vorgeworfen, über sein Benutzerkonto bei Facebook im Zeitraum von Juli bis September 2018 in zahlreichen Fällen aus Rumänien kinderpornografische Videos und Bilder gekauft zu haben, wobei er Vorgaben zum Filmen und Fotografieren gemacht haben soll. Bei ihm wurden auf verschiedenen Datenträgern mehr als 100 kinderpornografische Videos und mehr als 6000 kinderpornografische Bilder gefunden.

Das Landgericht weist vorab darauf hin, dass die Jugendkammer die Öffentlichkeit von diesem Prozess zumindest in Teilen ausschließen könnte. Insgesamt sind 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil ist nach jetzigem Zeitplan am 18. März vorgesehen. 

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