Mannheim

Prozess um tödlichen Lkw-Unfall auf der A6: „Bremsassistent war nicht abgeschaltet“

Mannheim.Im Prozess um den Lkw-Fahrer, der einen Unfall mit zwei Toten und elf Verletzten auf der A6 bei Sandhofen verursacht haben soll, hat ein Entwicklungsingenieur des Lastwagenherstellers Daimler die Aussage des Angeklagten bestätigt. Der 33-Jährige hatte beim Prozessauftakt betont, dass sein Notbremssystem eingeschaltet war und ihn mittels lautem Ton und Blinken der Anzeige vor einer Kollision gewarnt hat. Gebremst habe es indes nicht. Dies hält der für die Programmierung der Software zuständige Ingenieur für sehr wahrscheinlich: „Wenn das Radarsystem ein Objekt nicht sicher genug erkennt, leitet es keine Notbremsung ein - das wäre viel zu gefährlich, weil wir durch unkontrollierte Bremsvorgänge selbst Unfälle auslösen würden.“ Die akustische und optische Warnung erfolge aber dennoch.

Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass der Lkw-Fahrer den Bremsassistenten absichtlich abgeschaltet hat, um schneller voranzukommen. Das hält der Zeuge für ausgeschlossen. „Es gibt keine ausgelesenen Daten, die das bestätigen.“ Zudem seien Notbremsassistenten - firmeninternen Untersuchungen zufolge - in 98 Prozent aller Fälle eingeschaltet. „Wenn, schalten Fahrer, den Abstandstempomaten ab, damit sie im Stau näher an den Vordermann heranfahren können, doch das sind zwei getrennte Systeme, die oft verwechselt werden.

Ein Urteil könnte heute noch fallen. 

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