Mannheim

Arbeitsmarkt Probleme bei Langzeitarbeitslosen

Quote sinkt im März auf 5,0 Prozent

Archivartikel

„Der Arbeitsmarkt bleibt für viele auf Erfolgskurs“, sagt Ulrich Manz, als er die Zahlen seiner Agentur für den März vorstellt. Die Arbeitslosenquote ist auf 5,0 Prozent gesunken, hundert Frauen und Männer weniger sind arbeitslos gemeldet als noch im Februar, mit 8287 Mannheimern ohne Job liegt man knapp 1000 unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Dass Agenturchef Manz in seinen Eingangsworten den Akzent auf „für viele“ legt, hat freilich seinen Grund: „Die Langzeitarbeitslosen profitieren nicht von dieser positiven Entwicklung“, im Gegenteil: Als einzige Personengruppe stieg ihre Zahl im Vergleich zum Vormonat um 24 an. Eine Entwicklung, die Experten wie Manz die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. „Schließlich ist ein Drittel aller Arbeitslosen in unserem Agenturbezirk dieser Gruppe zuzurechnen.“ Und hier sind es wiederum Frauen und Männer über 50, die dort am meisten vertreten sind. Die Agentur will hier noch stärker gegensteuern – Manz hofft dabei besonders auf eine Vereinbarung im Berliner Koalitionsvertrag. Dort ist geregelt, dass für Menschen, die schon seit Jahren ohne Job sind, ein besonderer Arbeitsmarkt geschaffen werden soll.

Rund vier Milliarden Euro sollen für eben jene Programme bundesweit zur Verfügung stehen, dabei gehe es „um besondere, geförderte Beschäftigungsverhältnisse“ für Frauen und Männer, die schon länger ohne Arbeitsplatz seien, wie der Geschäftsführer Operativ der Agentur, Horst Oelschläger, erklärt.

Individuelle Weiterbildung

Die besten Chancen auf einen neuen Job habe freilich der, „der sich möglichst schnell als arbeitssuchend meldet, wenn beispielsweise der Arbeitsplatz gefährdet ist oder ein befristetes Arbeitsverhältnis bald ausläuft“, sagt Manz. Der Markt ist schließlich so gut wie selten: „Die Auftragslage ist quer durch die Wirtschaft gut“, das Verhältnis von Zugängen aus Arbeit und Abgängen in den Job hat sich im März gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich verbessert. „Ein gutes Zeichen, es zeigt, dass Arbeitgeber an Mitarbeitern festhalten und auch verstärkt einstellen“, erklärt Manz. Das gilt zuallererst für die Zeitarbeitsbranche, im Stellenbestand von 3229 nimmt sie mit 1396 Position eins ein. „Das ist ein Seismograph, nimmt Zeitarbeit zu, bedeutet das eine anziehende Konjunktur.“