Mannheim

Mobilität Sozialdemokraten diskutieren online mit Verkehrsplanern und Praktikern über den Ausbau des Wegenetzes in der Stadt

Radschnellweg im Grünzug soll Strom erzeugen

Archivartikel

Der Radschnellweg im Grünzug Nord-Ost soll nicht nur eine zeitsparende Verkehrsverbindung für Zweiradfahrer werden – die neue Fahrradverbindung soll als Solarstraße selbst Energie erzeugen. Dies teilt die SPD-Gemeinderatsfraktion mit.

Der Fraktionsvorsitzende und designierte Bau-Bürgermeister Ralf Eisenhauer sowie die verkehrspolitische Sprecherin und Landtagskandidatin der SPD, Isabel Cademartori, hatten zum Thema Radschnellwege und Solarstraßen zwei ausgewiesene Experten zu einer Online-Diskussion eingeladen: Unternehmer Donald Müller-Judex, der die befahrbaren Solarpanels anbietet, sowie den Radverkehrsplaner Johanno Sauerwein aus Eisenhauers künftigem Rathaus-Dezernat.

Sauerwein verdeutlichte in seinem Vortrag den Bedarf für Radschnellwege: „Bei mindestens 2000 Radfahrerinnen und Radfahrern pro Tag ist das Potential für einen Radschnellweg gegeben. An der Kurpfalzbrücke sind es aktuell bereits über 6000.“ Dies zeige den gestiegenen Bedarf solcher Radwege in Mannheim. Teilstrecken der Verbindungen Mannheim-Heidelberg und Mannheim-Viernheim könnten bereits bis 2022/23 fertig gebaut werden, so Sauerwein. Eisenhauer freute sich über die wachsende Bereitschaft der Mannheimer, auf das Fahrrad umzusteigen: „Das ist eine positive Entwicklung für unsere Stadt.“ Die Möglichkeit, Straßen zusätzlich zur Energiegewinnung zu nutzen, ist für ihn „wie ein Fenster in die Zukunft aufzumachen.“

Die Vorteile von Solarstraßen zeigte Müller-Judex auf: „Die Grundidee ist, vorhandene Flächen mehrfach zu nutzen.“ Dadurch bedürfe es keine extra Flächen, um Strom zu erzeugen. Die aus speziellem Glas bestehenden Elemente könnten künftig auch für Verkehrszählungen genutzt und als Lade-Station für E-Autos und E-Bikes eingesetzt werden. Das Aufladen wäre – ähnlich wie beim Primove-Verkehrsversuch – „später auch beim Fahren und nicht nur im Stand“ möglich.

„Für große Veränderungen bedarf es auch immer ein wenig Experimentierfreude“, bewertete Cademartori die Vorträge. Der Ausbau des Radwegenetzes sei ein „wichtiger Schritt, um mehr Menschen zum Radfahren zu bringen“. Wenn eine Teilstrecke sogar direkt zur Energiegewinnung genutzt werde, so die Stadträtin, könne daraus „ein Leuchtturmprojekt für Mannheim werden.“

Zum Thema