Mannheim

Serie „Nationaltheater – Was wird daraus?“ Geschäftsstelle für Sanierung eingerichtet

„Raum für Kunst schaffen“

Archivartikel

Mannheim.Auf ihm lastet die Arbeit und die Verantwortung, er hat die Interessen von Bauleuten, Architekt, Theatermitarbeitern und Intendanz unter einen Hut zu bringen: Marcus Augsburger ist der Leiter der Geschäftsstelle Generalsanierung des Nationaltheaters. Sollte der Gemeinderat das auf mindestens 200 Millionen Euro geschätzte Projekt bewilligen und die Finanzierung gelingen, muss er es mit seinem Team bis 2022 vorantreiben und ab dann während der geplanten vierjährigen Bauzeit überwachen.

Bisher gehören Christine Bär, die am Theater schon länger mit dem Thema befasst ist, und Marco Spies, der sich zuletzt um die Außenanlagen der Kunsthalle und die Multihalle kümmerte, zu Augsburgers Team. Sie sind nicht nur für die mögliche Generalsanierung, sondern auch für die Schaffung von den Ersatzspielstätten und das dann nötige Umzugsmanagement zuständig.

Schon bisher waren sie die Gesprächspartner von Architekt Andreas Schmucker, der vom Gemeinderat mit der Kostenberechnung und Detailplanung beauftragt worden war. Zudem untersuchten sie mögliche Alternativen – etwa die mal kurz aufgekommene Idee, das Theater auf der Fläche des Bürohauses vom Collini-Center zu bauen. „Es ist schon ein riesiger Brocken“, bekundet Augsburger großen Respekt vor der Aufgabe. Der 1970 in Heidelberg geborene Architekt arbeitet seit 1999 bei der Stadt, zunächst im früheren Hochbauamt, dann im Baukompetenzzentrum als stellvertretender Leiter, verantwortlich für Projektmanagement. Da bearbeitete er unter anderem zahlreiche Schulbauprojekte.

Politische Erfahrung

Seit der Zusammenfassung zu einem Fachbereich mit dem Immobilienmanagement Anfang 2017 war er stellvertretender Abteilungsleiter für Sanierungs- und Neubauprojekte, ehe er im Frühjahr zum Nationaltheater wechselte. Ehrenamtlich engagiert sich der Sozialdemokrat seit 2001 in der Stadtverordnetenversammlung in der Vierburgenstadt Neckarsteinach, derzeit als Fraktionssprecher. Daher verfügt er auch über das nötige politische Gespür für die kommunalpolitisch schwierige Mannheimer Aufgabe.

Nun freut er sich auf die „neue Herausforderung“ im Nationaltheater. „Es ist schon ein herausragendes städtebauliches Projekt, so eine Chance bekommt man nur einmal im Leben“, begründet Augsburger, warum er zum Theater wechselte. Schließlich geht er davon aus, dass ihn das mit Vorplanung, Ausführung und Abrechnung etwa zehn Jahre beschäftigen wird.

Zwischen Architektur und Theater sieht er keinen Widerspruch – im Gegenteil. „Letztlich ist beides Kunst, wir wollen beide Raum schaffen für Kunst und versuchen, dass die Menschen sich wohlfühlen“, so der Architekt. Das strebe er auch für das Theater nach der Generalsanierung an: „Auch wenn die technischen Probleme und der Brandschutz im Vordergrund stehen, wollen wir versuchen, dass auch das Publikum etwas davon hat“, sagt er.