Mannheim

Online-Plattform Verkäuferin macht schlechte Erfahrungen

Rentnerin warnt andere Senioren

Leserin Charlotte Storck möchte speziell Senioren auf Gefahren im Internet aufmerksam machen: Sie berichtete dieser Zeitung deshalb von einem Nutzer des Internetportals Ebay, der sich auf dem Online-Marktplatz als Interessent ihrer 60 Zentimeter hohen Tiffany-Lampe ausgegeben habe. „Der Mann wollte die Lampe besichtigen, da habe ich ihn zu mir eingeladen. Schließlich möchte ich die Lampe ja verkaufen“, erklärt die 69-Jährige. Aufgrund ihrer Größe müsse die Lampe vor Ort abgeholt werden.

Die 69-Jährige vermutet, dass der Mann geahnt habe, dass sie eine Seniorin sei, da es sich bei der Lampe um ein Modell der Marke Tiffany handelte. „Kaum war der Mann bei mir zu Hause, ist es gar nicht mehr um die Lampe gegangen“, schildert Storck.

Stattdessen habe der angebliche Lampen-Interessent erzählt, er sei Schmuckdesigner. Unter dem Vorwand, er würde ihr einen guten Preis bieten, habe er sie indirekt dazu gedrängt, ihren Schmuck zu holen. „Besonders an Bernstein und alten Manschettenknöpfen war er interessiert“, berichtet sie. Storck habe sich jedoch nicht beirren lassen. Darauf habe der Mann schließlich die Wohnung verlassen. Er habe versprochen, in 40 Minuten zurückzukehren. „Er ist natürlich nicht wieder aufgetaucht“, sagt sie.

Tätowiert und muskulös

Dazu kommt ein weiteres verdächtiges Detail: „Er hat das Auto ein Stück weg geparkt, obwohl vor dem Haus Platz war“, berichtet Storck. Sie schätzt sein Alter auf etwa 45 Jahre. Weitere Merkmale seien Solarium-Bräune, tätowierte Arme und eine muskulöse Statur gewesen. Nach eigenen Angaben sei der Mann aus Groß-Gerau.

Auf Empfehlung von Polizeihauptkommissar Christoph Kunkel hat Charlotte Storck den Fall der nächstgelegenen Polizeistelle vorgelegt. „Ich war froh, dass ich einen Freund gebeten hatte, bei dem Verkaufsgespräch dabei zu sein“, erzählt Storck. In solchen Fällen solle man immer zu zweit in der Wohnung sein, rät auch Polizei-Pressesprecher Norbert Schätzle. In der Broschüre „Sicher Leben“, die in jeder Polizeidienststelle ausliegt, ist eine Reihe von typischen Betrugsfällen aufgeführt.

Verschiedene Maschen

So gebe es auch Kriminelle, die gezielt ältere Menschen in ihren Wohnungen aufsuchen und sich unter einem beliebigen Vorwand Zutritt verschaffen möchten. Die Palette der dabei gewählten Identitäten ist groß: So geben sich Betrüger beispielsweise gerne als Handwerker, Berater der Rentenversicherung oder auch als Mitarbeiter eines Umfrageinstituts aus.

Bei Einkäufen im Internet empfiehlt die Polizei in ihrer Broschüre „Sicher Leben“, sich gut über den Anbieter zu informieren, dessen Identität und Anschrift zu prüfen. Bewertungsprofile und Gütesiegel seien hierbei auch hilfreich. mgi