Mannheim

Amtsgericht Prozess gegen angeklagten Polizisten

Richterin darf bleiben

Im Prozess gegen einen Polizisten der Mannheimer Wasserschutzpolizei, dem die Veruntreuung von 2300 Euro vorgeworfen wird, darf die Richterin den Prozess weiterverhandeln. Das ergeht aus einem Beschluss, den eine andere Kammer des Mannheimer Amtsgerichts nach Prüfung getroffen hatte und der am Mittwoch verlesen wurde.

Der Verteidiger des 50-jährigen Angeklagten hatte Anfang November einen Befangenheitsantrag gegen die Richterin Lena Hensel gestellt. Rechtsanwalt Holger Rohne hatte argumentiert, dass die Richterin Fehler bei der Zeugenbefragung gemacht und den Angeklagten bereits vorverurteilt habe. Eine Befangenheit sah die Kammer, die darüber zu entscheiden hatte, aber nicht.

Mit einem schnellen Urteil ist in dem Fall dennoch nicht zu rechnen, da Verteidiger Rohne am Mittwoch zahlreiche weitere Beweisanträge stellte, deren Bezug zum Sachverhalt nicht immer deutlich wurden. Nicht sein Mandant, sondern eine andere Person habe das Geld genommen, so der Rechtsanwalt. Belegen soll dies nun ein Zeuge, der auf Antrag des Rechtsanwalts noch vor das Amtsgericht geladen wird.

Dem angeklagten Polizisten wird vorgeworfen, bei der Kontrolle von ausländischen Lastwagen in den Jahren 2016 und 2017 im Hafengebiet in vier Fällen Gebühren und Kautionen für sich behalten zu haben. Geld, das eigentlich in die Staatskasse hätte fließen müssen. Fortgesetzt wird der Prozess am 6. Dezember um 9 Uhr. Das Urteil soll am 16. Dezember ergehen.

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