Mannheim

Sicherheit Firma Bunge übergibt historisches Trockenlöschfahrzeug an den Stadtfeuerwehrverband

Roter Unimog rollt ins Museum

Mannheim.Bernd Stresemann fährt mit der Hand noch mal über die rot lackierte Kühlerhaube, fast zärtlich und wehmütig. „Wäre schade gewesen, wenn den jemand auf einem Acker zu Schrott fährt, da hätte ich Bauchweh gehabt“, so der Werkfeuerwehrmann, der den Unimog lange gefahren hat. Aber jetzt gibt es für „Florian Bunge 91/28“ eine andere Zukunft: Das historische Trockenlöschfahrzeug wird erhalten – für das geplante Feuerwehrmuseum.

„Er kommt zurück in den Stall“ freut sich Karl F. Mayer, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes. Für einen symbolischen Preis von einem Euro hat der Verband der Firma Bunge das Fahrzeug abgekauft. Es geht dann als Dauerleihgabe an den Kurpfälzer Verein für Feuerwehrgeschichte Mannheim. Dessen Mitglieder restaurieren derzeit ein altes Mannheimer Pullmann-Tanklöschfahrzeug von 1966. Einen weiteren Pullmann haben sie gerade erhalten, zudem den historischen Kranwagen der Berufsfeuerwehr. Sie sollen der Grundstock sein für ein kleines Museum zur Mannheimer Feuerwehrgeschichte, das der Verein in einer denkmalgeschützten Halle der Stem-Barracks in Seckenheim plant.

„Das ist die beste Möglichkeit, auch unseren Unimog der Nachwelt zu erhalten“, so Andreas Vogt, Geschäftsführer von Bunge, früher bekannt als „Ölmühle“. Lange war Vogt selbst Mitglied der Werkfeuerwehr. „Ich bin den noch gefahren, er hat jahrelang gute Dienste geleistet“, erinnert er sich mit Blick auf den Unimog: „Der hat keine Servolenkung oder Bremskraftverstärkung, da muss man noch kräftig in die Eisen steigen“, so Vogt. Als klar gewesen sein, dass er ausgemustert wird, hätten sich auch Werksangehörige für das Allradfahrzeug interessiert und ihn privat, etwa im Wald oder in der Landwirtschaft, nutzen wollen. „Aber nun bleibt er der Allgemeinheit erhalten“, ist Karl F. Mayer der Firma Bunge für das Entgegenkommen sehr dankbar.

Das 82 PS starke Fahrzeug ist 1970 gebaut worden. Über dem Beifahrersitz befindet sich noch ein Ausguck, wie früher bei Bundeswehr und Katastrophenschutz üblich. 1972 kam die Löschanlage mit 750 Kilogramm Pulver und Schnellangriffs-Einrichtung, speziell gedacht für Flüssigkeitsbrände, dazu. Zunächst handelte es sich um einen Vorführwagen der Firma Total, dann übernahm ihn die Berufsfeuerwehr. Von dort ging er an Bunge.

Zum Einsatz kam er seit über 15 Jahren nicht mehr. „Aber wir haben ihn gemocht“, so Holger Grosse, Kommandant der Werkfeuerwehr, „doch es gibt keine Ersatzteile mehr dafür“. Statt dem „TroLF“, so die interne Abkürzung, setzt die Werkfeuerwehr nun einen Anhänger mit Pulvertank ein. Die Bunge-Werkfeuerwehr umfasst drei Fahrzeuge und 60 nebenamtliche Mitglieder. Immer sechs müssen auf dem Firmengelände einsatzbereit sein – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.

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