Mannheim

Internationaler Museumstag Reiss-Engelhorn-Museen und Technoseum gestern gut besucht / Vor allem für Kinder viel geboten

Schnappschüsse mit dem Dino

Für die meisten bestehen die Erinnerungen an den ersten Museumsbesuch aus folgendem Szenario: Es stehen viele Glaskästen nebeneinander. Darin liegen Knochen, Tonscherben oder Dinge, von denen kaum noch etwas übrig war, daneben ein Schild mit einer schlichten Beschreibung. „Nicht anfassen!“ steht in dicken Lettern an jeder Ecke – nicht gerade kindgerecht. Diese Zeiten sind aber lange vorbei, Ausstellungen werden inzwischen auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt, die Kleinen sollen beim Lernen einfach Spaß haben. Das zeigt sich auch beim Internationalen Museumstag am Wochenende.

Die neue Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen (REM) trägt die kindgerechte Absicht schon im Namen: „Einfach tierisch – Spaß mit Dino, Panda & Co.“. Sie ist für ein Publikum mit Smartphone konzipiert, denn vor den aufwendigen fotorealistischen Bildern lassen sich die ungewöhnlichsten Schnappschüsse machen. Am Museumstag wurde die Ausstellung mit einem Vortrag von Professor Wilfried Rosendahl, Direktor des Bereiches Archäologie und Weltkulturen, eröffnet. Das Interesse war groß, der Anna-Reiß-Saal voll besetzt.

Gemütlich im Café

„Wir haben im Internet vom Museumstag und der neuen Ausstellung erfahren. Wir waren schon in mehreren Kinderausstellungen hier. ,Einfach tierisch’ – der Titel klingt interessant“, sagte Esther Hofherr aus Mannheim, die mit ihrem Sohn Jan die Ausstellung besuchte. „Ich finde Mitmach-Ausstellungen gut, weil die Kinder experimentieren können. Da wäre man selbst gerne noch mal Kind.“ Auch Sascha Roth ist gekommen: „Wir machen einen Familienausflug ins Museum – am Muttertag. Unsere Tochter Amitis war schon ein paar Mal hier und ist jedes Mal begeistert“, freute sich der Vater. Noch am späten Nachmittag waren viele Besucher in den REM unterwegs, trotz schlechten Wetters saßen sie gemütlich im Außenbereich des Museumscafés.

Auch das Technoseum konnte sich über Besuchermangel nicht beklagen. In allen Ecken und auf allen Gängen wurde gedreht, gekurbelt und gebastelt, denn auch hier drückten sich Kinder nicht im Halbschlaf an Vitrinen die Nase platt, sondern durften mitmachen. „Meine beiden Kinder und ich sind zufällig auf die Info vom Museumstag gestoßen. Wir wollten mal was anderes machen, und für die Kids ist es sehr interessant. Meiner Tochter hat der tanzende Roboter am besten gefallen“, sagte Elisabeth Fuchs aus Meckenheim. Der orange-weiße Roboter heißt übrigens Paul und ist das Maskottchen der Bionik-Dauerausstellung des Technoseum.

„Die Museen heute sind anders, als man es von früher kennt, viel abwechslungsreicher“, waren sich auch Myrna Hecht und Holja Borth einig, die mit Tochter Hannah nach Mannheim kamen und einen weiten Anfahrtsweg hatten, denn sie wohnen in Göllheim im Donnersbergkreis. „Meine beiden Söhne wollten hierher. Jan hat einen Gutschein fürs Technoseum, daher rührt die Idee. Da es heute kostenlos ist, kann er sich seinen Gutschein aufheben“, sagte Michael Farr. „Aber wir wären trotzdem gekommen, unabhängig vom Museumstag.“ Im offenen Laboratorium konnte man sich zum Beispiel Hefepilze unter dem Mikroskop anschauen. Die Mikroskope wurden von Kindern sowie von Erwachsenen genutzt.

Auf Tour mit dem Schiff

„Ich wollte heute mal wieder etwas mit meinen erwachsenen Kindern unternehmen, da dachten wir, der Eintritt ist frei, gehen wir doch ins Museum“, sagte Barbara Schmidt-Grünke aus Viernheim, die ebenfalls einen Blick durchs Mikroskop wagte. Außer den technischen, mikrobiologischen und historischen Dingen, mit denen man im Museum seine grauen Zellen in die Gänge kriegen kann, wurde auch für eine wahre Gaudi gesorgt, denn die Schmalspurbahn drehte im Museumspark ihre Runden – drei Stunden lang. Wem das nicht genug war, der konnte sich zum Museumsschiff ans Neckarufer begeben, dort lud das ehemalige Streifenboot der Mannheimer Wasserschutzpolizei zu Touren ein.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

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