Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheimer Experten gestalten Ausstellung im Münchner „Equilaland“ / „Eiszeit“-Schau derzeit in Wiesbaden

Schneller Ritt durch die Geschichte des Pferdes

Archivartikel

Die Fläche umfasst etwa acht Fußballfelder: Auf 50 000 Quadratmetern lernen vor allem Kinder spielerisch alles rund ums Pferd, können streicheln und striegeln, in Ställe blicken, Showreiter ebenso wie Fell- und Hufpflege erleben. Das ist das „Equilaland“, der weltweit erste Pferd-Erlebnispark in München-Fröttmaning. Einen der elf „Erlebnis-Pavillons“, das Pferdemuseum, haben Experten der Reiss-Engelhorn-Museen (REM) gestaltet.

Statuen und Sättel

„Wir wurden angefragt, ob wir helfen können, eine fundierte Ausstellung zu gestalten“, so Tanja Vogel, Direktionsreferentin der Reiss-Engelhorn-Museen. In Fachkreisen ist nämlich immer noch unvergessen, wie die Mannheimer Museumsmacher 2007 mit der Sonderausstellung „Pferdestärken – Das Pferd bewegt die Menschheit“ zur Einstimmung auf die Europameisterschaft der Springreiter die weltweit erste zusammenhängende Gesamtschau zur Rolle des Pferdes in der Menschheitsgeschichte boten. Damals zeichneten sie die Entwicklung vom Arbeitstier in der Landwirtschaft bis zum Wiederaufstieg des Pferds als Freizeitgefährte und „Sportgerät“ nach. Daran wollten auch die Münchner anknüpfen.

„Kaum ein Tier hat die Freundschaft zum Menschen so stark geprägt wie das Pferd. Seine Geschichte aber beginnt, lange bevor es den Menschen überhaupt gab“, schreiben sie in ihrer Ankündigung für das 500 Quadratmeter große „Pferdemuseum“, das ein spannendes Lernerlebnis zum Thema Pferd biete.

Kutschen von Heinz Scheidel

Dazu haben REM-Generaldirektor Alfried Wieczorek, Susanne Wichert als Direktorin Stiftungsmuseen und Tanja Vogel das Konzept erarbeitet. „Von uns kamen inhaltlicher Input, Ausstellungstechnik und Leihgaben“, so Vogel. Archäologie, Völkerkunde, Kunst- und Kulturgeschichte – mehrere Abteilungen des Museums haben Exponate beigesteuert, insgesamt über 40 Leihgaben.

Dabei reicht das Spektrum von historischen Reitgerten, Sätteln und Zaumzeug über kleine antike Reiter-Statuen bis zu Tierpräparaten etwa vom „Przewalski-Pferd“ (Urpferd), die der – auch überregional renommierte – Präparator Matthias Feuersenger aus dem Mannheimer Museumsteam anfertigte. Ein Fund aus der Grube Messel ist ebenso dabei. „Wir stellen die Entwicklungsschritte des Pferdes und seine Beziehung zum Menschen dar“, so Vogel.

Aber auch der Mannheimer Unternehmer Heinz Scheidel hat geholfen mit edlen Stücken aus seinem privaten Kutschenmuseum – einem Postschlitten, einem Milchwagen und einer Spielzeugkutsche.

Doch nicht nur in München sind die Mannheimer Museumsmacher aktiv. Die von Direktor Wilfried Rosendahl 2016 für die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz entwickelte „Eiszeit-Safari“ – über die Tiere und die Welt der letzten Eiszeit in Europa mit 60 lebensechten Tierrekonstruktionen und Skeletten – ist noch bis zum 21. April 2019 in Wiesbaden zu sehen. Sie zieht dann weiter nach Leoben in der Steiermark und nach Hamm, bis sie im September 2020 nach Mannheim kommt.