Mannheim

Digitales Stadt möchte Zwischenlösungen für Schulen

Schnellerer Netzausbau

Archivartikel

Dass jede Schule eine Breitband-Anbindung braucht, war lange vor Corona klar. Aber durch die Pandemie wachse der Bedarf „deutlich schneller als erwartet“, stellt die Stadt in einer Pressemitteilung fest. Fernlernangebote, digitale Unterrichtsformate und Homeschooling erforderten oft auch eine leistungsfähigere Internetanbindung der Schulen.

Hier setzt der Digitalpakt an: Von den bundesweit fünf Milliarden Euro stehen Mannheim 14,764 Millionen zur Verfügung, die die Stadt um 20 Prozent auf 18,455 Millionen Euro aufstockt. Bis zum Jahr 2024 würden damit die WLAN-Ausstattung der Schulen und mediale Präsentationsmöglichkeiten in den Klassenräumen gefördert.

70 der 81 öffentlichen Schulen, so der städtische Bildungsbereichsleiter Lutz Jahre im Fachausschuss, hätten inzwischen Medienentwicklungspläne erstellt – eine Voraussetzung dafür, dass Mittel fließen. Die Anträge von neun Schulen seien bewilligt, weitere drei in Arbeit.

Glasfaserverlegung aufwendig

Unabhängig vom Digitalpakt läuft der Breitband-Ausbau, zum Beispiel in Form eines leistungsfähigen Glasfasernetzes. Dieser Ausbau sei abhängig von den Anbietern, der regionalen Infrastruktur – und in der Regel mit aufwendigen Straßenbauarbeiten verbunden. 2019 hatte die Stadt die schrittweise Glasfaseranbindung von Schulen bis 2024 beschlossen. „Stand Mai 2020 verfügten 36 Mannheimer Schulen über einen solchen Anschluss. Bis Ende 2021 ist die Anbindung weiterer zwölf Schulen geplant“, berichtet die Verwaltung. 32 Schulen seien Ende 2021 aber noch unterversorgt. Als Option bis zum Anschluss ans Glasfasernetz, der hohe Investitionen für die Erweiterung der Infrastruktur erfordere, strebe man nun deshalb kurzfristig „eine Erhöhung der Bandbreite im bestehenden Netz“ an. Dazu würden derzeit „Gespräche mit den entsprechenden Providern geführt, um den Aufwand zu ermitteln und mögliche Lösungen dem Gemeinderat vorlegen zu können“. Verhandlungserfolge gebe es schon: „Die ersten Verträge konnten bereits abgeschlossen werden.“

Bildungsbürgermeister Dirk Grunert erklärt dazu: „Die Stadt Mannheim ist das Thema Breitbandausbau frühzeitig angegangen und kann mit mehr als 40 Prozent der Schulen, die über einen Anschluss mit einer Bandbreite von über einem Gigabit verfügen, eine deutlich bessere Bilanz als das Land mit fünf Prozent vorweisen.“ In der aktuellen Situation sei die Möglichkeit eines funktionierenden Fernunterrichts „essenziell wichtig“, gerade vor dem Hintergrund besonders benachteiligter Schüler: „Damit auch diese von mehr Bildungsgerechtigkeit profitieren, setzen wir kurzfristig Zwischenlösungen um.“ bhr

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