Mannheim

Sechs Jahre Haft nach Messerangriff auf Ex-Freundin auf der Rheinau

Mannheim. Sechs Jahre Haft lautete heute am Montagnachmittag das Urteil gegen einen 62-Jährigen, der im Herbst seiner Ex-Freundin in Mannheim-Rheinau aufgelauert und mehrfach auf sie eingestochen hatte. Der Mönchengladbacher hatte an einem früheren Verhandlungstag am Landgericht Mannheim argumentiert, er sei Sinti und habe die Frau nicht töten, sondern ihr einen bei den Sinti gebräuchlichen "Hurenschnitt" zufügen wollen: Also Schnitte im Gesicht, um sie für andere Männer unattraktiv zu machen.

Richter Gerd Rackwitz betonte in der Urteilsbegründung: "Die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe ist unerheblich. Es ist mit der Rechtsordnung unvereinbar, dies strafmildernd zu werten." Weiter sagte Rackwitz, dass der erheblich vorbestrafte Verurteilte das Ziel hatte, "die 41-Jährige für den Rest ihres Lebens im Gesicht zu entstellen, was Ihnen gelungen ist. Sie hat wulstige und für jeden sichtbare Narben zurückbehalten". Der 62-Jährige verfolgte die Urteilsbegründung äußerlich teilnahmslos und mit gesenktem Kopf. Danach erklärte er: "Ich nehme das Urteil an. Ich hatte keinerlei Tötungsabsicht, muss aber bestraft werden und übernehme die Verantwortung." (ros/dls) 

Zum Thema