Mannheim

Geburtstag Jesuitenpater Hans-Joachim Martin wird 75

Seelsorger mit Herz und Humor

Er lacht, nimmt es eben gelassen hin und lässt sich seinen Humor nicht nehmen: „Was soll ich auch sonst machen?“, sagt Hans-Joachim Martin. Gerne hätte der Jesuitenpater seinen 75. Geburtstag groß gefeiert, mit Freunden in einem griechischen Lokal angestoßen. Aber wegen der Verbote zur Eindämmung der Corona-Pandemie musste er nicht nur seine Feier absagen. Seit Tagen schon darf er, da er zur Risikogruppe mit erhöhter Ansteckungsgefahr zählt, das Katholische Bürgerhospital in E 6, wo er wohnt und als Hausgeistlicher arbeitet, nicht verlassen.

„Schon blöd, ich bin hier eingesperrt“, sagt er, aber er ist trotzdem guter Laune. Schließlich musste „Jockel“, wie ihn viele nennen dürfen, schon viel schlimmere Schicksalsschläge und Krankheiten überstehen. Aber inzwischen ist er wieder einigermaßen fit und, wenn auch mit Rollator, gerne in der Innenstadt unterwegs.

Jeden Samstag sitzt er nach wie vor in der Jesuitenkirche und nimmt die Beichte ab, in der Marktplatzkirche hält er gelegentlich Gottesdienste. Und besonders zu Feuerwehr und Rettungsdiensten pflegt er noch sehr enge, sehr freundschaftliche Kontakte.

Schließlich gehört „Jockel“ dazu, denn er ist auch Feuerwehrmann. In die Region kam er 1987 als Leiter des renommierten Heinrich-Pesch-Hauses in Ludwigshafen. Zuvor war er zehn Jahre Direktor des Jesuitengymnasiums St. Blasien, und in dieser Zeit gab es einen Großbrand in der ehemaligen Benediktinerabtei. Weil er sich bei den Lösch- und Rettungsarbeiten große Verdienste erwarb, wurde er damals zum Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr St. Blasien ernannt, und diese Uniform trägt er mit Stolz.

Daher war er auch sofort dabei, als in Mannheim vor 15 Jahren die Notfallseelsorge aufgebaut wurde. Das übernahm er zusätzlich zur aufreibenden Arbeit in der damaligen Seelsorgeeinheit St. Sebastian/Liebfrauen, die er bis zum offiziellen Ruhestand 2012 leitete.

Theologischer Freigeist

Und auch wenn er diese Mitarbeit in der Notfallseelsorge inzwischen ebenfalls aus Altersgründen abgegeben hat – im „Blaulichtmilieu“ wird er weiter als einfühlsamer, kundiger Gesprächspartner mit viel Herz und Humor geschätzt. Da ist er nicht nur der Jesuitenpater, sondern einfach der „Jockel“, jovial und herzlich, der gerne gute Laune verbreitet, aber auch verlässlicher wie behutsamer Ratgeber wie väterlicher Freund sein kann.

Er gilt ebenso als hervorragender Prediger und Mann geschliffener, manchmal sehr offen-kritischer Worte. Jesuiten sind eben auch theologisch Freigeister – und „Jockel“ ganz besonders. 

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